Schon vier Enkeltrick-Fälle: Polizei sucht „auffallend hübsche“ Betrügerin mit Zopf

Tatort Heinrich-Kempchen-Straße

Neuer Corona-Enkeltrick in Kamen mit einer 80-Jährigen, die über 10.000 Euro herausgab: Die Polizei stellt fest, dass an den Tatorten immer wieder eine als auffällig hübsch beschriebene Geldbotin auftaucht.

Kamen

, 22.09.2020, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Verdächtige soll ihre schwarzen Haare in einem seitlichen Zopf tragen.

Die Verdächtige soll ihre schwarzen Haare in einem seitlichen Zopf tragen. © dpa (Symbolfoto)

Erfolgreicher Enkeltrick in der Corona-Variante: Eine gutgläubige Seniorin aus Heeren-Werve hat sich von einem unbekannten Anrufer über 10.000 Euro abschwatzen lassen. Die 80-Jährige übergab das Geld am Montag an der Heinrich-Kempchen-Straße an eine Frau, die schon an anderen Tatorten als Geldabholerin diente. Der Anrufer hatte sich als vermeintlich coronainfizierter Sohn der Seniorin ausgegeben und behauptet, er benötige Geld für die Behandlung.

Zweiter Fall in vier Tagen

Der Trickbetrug am Telefon funktionierte in Heeren-Werve genauso wie drei Tage zuvor in Bergkamen, erneut war es die Masche mit dem angeblichen Sohn. Die Polizei schildert den Ablauf wie folgt: Gegen 13.30 Uhr erhält die Seniorin einen Anruf von einem Mann. Der „falsche Sohn“ sagt ihr, dass er sich wegen einer Coronainfektion auf einer Intensivstation befinde, große Angst habe zu sterben und sehr viel Bargeld für eine lebensnotwendige Impfung benötige. Die Seniorin ist der Schilderung zufolge zunächst misstrauisch, glaubt dem Mann aber laut Polizei, als er ihr das korrekte Geburtsdatum ihres richtigen Sohnes nennt.

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Schließlich sichert die Seniorin dem „falschen Sohn“ zu, die besprochene Summe zu besorgen. Dieser legt auf, ruft aber wenig später erneut an. „Daniela Koch“, eine Bekannte des behandelnden „Professors Berger“, würde das Bargeld bei der Seniorin zu Hause in der Heinrich-Kempchen-Straße abholen. Die vermeintliche Daniela Koch lässt sich das Geld gegen 14.40 Uhr vor der Haustür der 80-Jährigen aushändigen. „Es handelt sich um eine Summe im unteren fünfstelligen Bereich“, sagte Polizeisprecher Christian Stein.

Auffallend hübsche Frau mit seitlichem Zopf

Die Seniorin konnte die Geldbotin gegenüber der Polizei beschreiben. Demnach könnte dieselbe Frau schon bei drei vorherigen Trickbetrugsdelikten Geld abgeholt haben. Die Kriminalpolizei geht von derselben Tätergruppe aus. So soll die Frau aussehen:

  • 1,55 bis 1,60 Meter groß
  • schlanke Statur
  • auffällig hübsch
  • schwarzes Haar zu einem dünnen, seitlichen Zopf gebunden
  • blaue Jeansjacke
  • Jeanshose

Zeugen, die die Frau oder auch andere verdächtige Personen und Fahrzeuge am Montag, 21. September, gegen 14.40 Uhr im Bereich der Heinrich-Kempchen-Straße gesehen haben, sollen sich unter Tel. (02307) 921 3220 an die Polizeiwache in Kamen wenden.

Enkeltrick-Gaunereien häufen sich

Betrugsversuche mit Enkeltrick-Varianten haben sich zuletzt gehäuft. Eine Seniorin aus Bergkamen überließ am 12. August einem Boten eine fünfstellige Summe. Ein 90-jähriger Bergkamen fiel am 25. August nicht auf den Trick herein. Am 26. August übergab eine Heerenerin einen fünfstelligen Betrag an eine unbekannte Frau. Am 28. August nahm ein 32-Jährigen, der kurz darauf festgenommen wurde, Geld von einem Kamener. Bei einer anderen Seniorin, von der die Polizei im Juni berichtete, waren 75.000 Euro verloren.

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