Enkeltrick mit Corona-Masche: Kamenerin übergibt fünfstelligen Euro-Betrag

dzPolizei warnt

Die neue Form des Enkeltricks, eine Corona-Erkrankung als Vorwand für eine Geldforderung zu nennen, hat eine Frau in Kamen viel Geld gekostet. Jetzt sucht die Polizei Zeugen.

Kamen

, 27.08.2020, 12:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Mann in Bergkamen hat es seiner Bankberaterin zu verdanken, dass er durch die neue Enkeltrick-Masche nicht um einen fünfstelligen Betrag erleichtert wurde. Eine Frau in Kamen aber hat eben diesen Betrag an eine Unbekannte übergeben – vermeintlich, um ihren an Corona erkrankten Sohn zu unterstützen.

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, haben Betrüger mit dem Corona-Enkeltrick einen größeren Bargeldbetrag erbeutet. Den genauen Betrag nennt die Polizei nicht.

Am Mittwochmorgen, 26. August, rief eine männliche Person bei der Geschädigten an und gab sich als ihr Sohn aus, der erkrankt in einer Klink liege und dringend Geld für die Behandlung benötige. Er nannte eine konkrete Summe, die die Seniorin aber nicht im Hause hatte.

Der vermeintliche Sohn erklärte dann, dass sie das verfügbare Bargeld in einen Umschlag packen und an eine Frau, die gleich bei ihr wäre, übergeben solle. Zudem wolle er sich später erneut telefonisch melden, um die weiteren Schritte zu besprechen.

Die Seniorin packte einen fünfstelligen Bargeldbetrag in einen Umschlag und übergab ihn einer unbekannten Frau, die wenige Minuten später, gegen 11 Uhr, bei ihr klingelte. Die Unbekannte entfernte sich sofort wieder.

Polizei sucht Zeugen

Sie wird wie folgt beschrieben: etwa 30 bis 40 Jahre alt, ungefähr 163 cm groß und von stabiler Statur. Sie soll laut Polizei „südländischer Herkunft“ sein und trug einen dunklen Mantel, ein dunkle Hose, ein Kopftuch, eine Brille und einen Mundschutz und hatte eine Handtasche bei sich.

Die Polizei fragt nun: Wer hat eine solche Frau am 26. August gegen 11 Uhr im Bereich der Heerener Straße in Heeren-Werve gesehen? Hinweise nimmt die Polizei in Kamen unter Tel. (02307) 921-0 oder -3220 entgegen.

Tipps für den Umgang mit Betrügern am Telefon

Folgende Ratschläge hat die Polizei:

  • Fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, den Namen des vermeintlichen Verwandten selbst zu nennen. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Namen zu erraten.
  • Wenn Sie Anrufer nicht sofort erkennen: Fragen Sie nach Dingen/Begebenheiten, die nur der echte Verwandte kennen kann.
  • Rufen Sie Verwandte unter der Ihnen bekannten Telefonnummer zurück.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Wenden Sie sich sofort an die Polizei unter 110, wenn Ihnen die Situation verdächtig erscheint.

Der Polizei sollten auch Betrugsversuche gemeldet werden, die schon im Kern gescheitert sind.

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