Schlechte Aussichten: In manchen Branchen gab es für Aushilfen und Minijobber lange Zeit keine Arbeit. Jetzt fehlen das Personal. © Pixabay / Felix Püschner
Wirtschaft in Werne

Lage der Wirtschaft: So hat sich die Krise in Werne personell ausgewirkt

Die Pandemie hat sich teils deutlich auf die Zahl der Minijobber und Aushilfen in Werne ausgewirkt. Bezogen auf die Branchen gibt es neben den großen „Verlierern“ aber auch die kleinen „Gewinner“.

Der Gastronomie gehen die Minijobber aus. Es sei unfassbar schwierig, derzeit an Personal zu kommen, sagten mehrere Gastronomen im Gespräch mit unserer Redaktion. Zwar seien einige Servicekräfte, die sich in Lockdownzeiten vorübergehend umorientiert hatten, in ihr „Stammlokal“ zurückgekehrt – doch gelte das längst nicht für alle. Und dass sich jemand Neues als Aushilfe bewirbt, sei eine echte Seltenheit.

Tatsächlich ist das Gastgewerbe in Werne diejenige Branche, auf die sich die Pandemie personell am stärksten ausgewirkt hat. Und zwar in negativer Hinsicht. Das wird beim Blick in die Statistik der Bundesagentur für Arbeit klar. Im Dezember 2019 gab es im Gastgewerbe noch 425 geringfügig Beschäftigte (Minijobber/Aushilfen). Ein Jahr später waren es nur noch 312. Ein prozentuales Minus von 26,6 Prozent.

Landwirtschaft und Handel büßen ebenfalls Personal ein

Prozentual schlimmer sieht es lediglich noch im Bereich „Land-, Forstwirtschaft und Fischerei“ aus (-35 Prozent). Allerdings hat diese Branche „nur“ 19 geringfügig Beschäftigte verloren. Im Gastgewerbe sind es dagegen satte 113. Mit Blick auf die absoluten Zahlen folgen in dieser tristen Verlust-Statistik auf den Plätzen 2 und 3 der Bereich „Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz“ (Rückgang um 44 auf insgesamt 486) sowie „sonstige Dienstleistungen, Private Haushalte“ (Rückgang um 35 auf 350).

Auffällig zudem: So etwas wie ein „Zwischenhoch“ nach dem ersten und vor dem zweiten Lockdown gab es nicht. Auch im September 2020 waren beispielsweise im Bereich „Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz“ nur 487 geringfügig Beschäftigte zu finden. Im Gastgewerbe waren es immerhin noch 357.

Aus dem Jahresvergleich gehen jedoch auch Gewinner hervor. Allen voran der Bereich „Immobilien, freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“. Im Dezember 2020 arbeiteten in dieser Branche 26 Personen mehr als noch im Dezember 2019. Damals waren es 180 geringfügig Beschäftigte. Das entspricht einem prozentualen Anstieg von 14 Prozent.

Unter dem Strich hat Werne allein zwischen Dezember 2019 und Dezember 2020 durch die Pandemie „netto“ 163 Minijobber und Aushilfen verloren. Das entspricht einem Minus von 6 Prozent. Und um erklären zu können, warum gerade die Gastronomie nicht nur beim Umsatz, sondern auch beim Personal starke Verluste zu verzeichnen hatte, muss man kein Diplom-Ökonom sein: Restaurants und Co. zählten zu den Ersten, die schließen mussten und den Letzten, die öffnen durften. Von einem „normalen“ Betrieb ist man hier nach wie vor noch weit entfernt. Zudem fehlt die Planungssicherheit. Das stößt allen sauer auf – Arbeitgebern und auch Arbeitnehmern.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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