Unfallschwerpunkt am Werner Bahnhof: Kreisverkehr wird umgestaltet

Redakteur
Der Kreisverkehr am Bahnhof gilt als Unfallhäufungsstelle. Das soll sich bald ändern.
Der Kreisverkehr am Bahnhof gilt als Unfallhäufungsstelle. Das soll sich bald ändern. © Jörg Heckenkamp (A)
Lesezeit

Offiziell gilt der Kreisverkehr im Bereich Bahnhofstraße/Ottostraße/Capeller Straße bereits seit mehreren Jahren als „Unfallhäufungsstelle“. Eine Bezeichnung, die selbsterklärend ist. Das hier etwas verändert werden muss, um dem entgegenzuwirken, ist ebenfalls schon länger klar. Wie genau die Lösung aussehen soll, hat die Verwaltung nun in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Mobilität und Klimaschutz erläutert.

„Wir haben uns intensiv mit einer Lösung beschäftigt und diese auch mit allen betreffenden Stellen abgestimmt – der Unfallkommission, der VKU, der Polizei und dem Behindertenbeirat“, erklärte Adrian Kersting, Leiter der Abteilung Straßen und Verkehr bei der Stadt Werne.

Kreis Unna wollte Kreisverkehr am Bahnhof zurückbauen

Bemerkenswert: Der Kreis Unna hatte inzwischen sogar finanzielle Mittel bereitgestellt, um den Kreisverkehr komplett zurückzubauen. Die Folge wäre eine freie Kreuzung gewesen – aus Sicht der Stadt Werne keine gute Lösung. Grund ist der starke Pendelverkehr von Schülern.

Die sogenannten Bypässe – hier oben rechts an der Ecke Capeller Straße/Am Bahnhof – will die Stadt abschaffen. © Felix Püschner

Kersting stellte klar: „Der Kreisverkehr ist damals nicht nach den technischen Richtlinien erbaut worden. Es gab da ein Agreement [eine Übereinkunft, Anm. d. Red.] mit dem Kreis Unna. Das hat lange gut geklappt. Jetzt aber nicht mehr.“ Die Problematik ist vielschichtig. Angefangen bei der „schrägen Anordnung“ der Fußgängerüberwege.

Zudem fahren insbesondere Radfahrer nicht immer den vorgesehenen Bogen, sondern einfach geradeaus durch beziehungsweise über die Kreismittelinsel hinweg. Das ist möglich, weil es in der Mitte des Kreisverkehrs nur eine leichte Erhöhung gibt. Ein größeres Hindernis zu errichten – so wie etwa das Kunstwerk am Kreisverkehr an der Burgstraße – funktioniert allerdings nicht. Dann hätten nämlich die Busse zu wenig Platz, so Kersting.

Angepasst werden soll die Kreismittelinsel im Zuge der Umgestaltung aber trotzdem. Und zwar durch „Kölner Teller“. Die kleinen Huckel sollen dafür sorgen, dass sowohl Autofahrer als auch Radler künftig tatsächlich statt geradeaus im Kreis fahren. Die Mittelinsel bekommt eine leicht ovale Ausrundung. Zudem will man die sogenannten Bypässe an der Bahnhofstraße/Ottostraße sowie Capeller Straße/Am Bahnhof abschaffen, indem man die betroffenen Stellen bepflastert.

Außerdem sollen die Fußgängerüberwege begradigt werden. Im Zuge der Anpassungsarbeiten will die Stadt an den Gehwegen zudem Maßnahmen zur Barrierefreiheit (taktile Leitelemente) umsetzen. Viel Gestaltungsspielraum gibt es an dem Kreisverkehr jedoch grundsätzlich nicht. Dafür fehlt schlichtweg der Platz – und auch das Geld. Deswegen kann man laut Kersting auch keine neuen Radwege anlegen, die gesondert um den Kreisverkehr herumführen. Frühestens im November können die Bauarbeiten starten.