Für wen die Ampel auf „Rot“ stand, wäre für die Klärung der Schuldfrage bei einem Unfall gut zu wissen. Eben diese Frage brachte nun einen Lkw-Fahrer aus Lünen vor Gericht. © dpa
Gerichtsprozess

Wenn beide Grün gehabt haben, kann etwas nicht stimmen

In Königsborn kam es im Frühjahr zur Kollision zwischen einem Lkw und einem Pkw, bei der der Autofahrer verletzt wurde. Nun saß der Lastwagenfahrer auf der Anklagebank.

Dem 32-jährigen Lkw-Fahrer aus Lünen wurde fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Der Unfall ereignete sich am Mittag des 5. Februar im Bereich der Kreuzung Rudolf-Diesel-Straße und Hochstraße. Laut Anklage missachtete der Lkw-Fahrer eine für ihn rote Ampel und stieß mit dem Audi eines Unnaers (81) zusammen. Der Rentner erlitt dabei leichte Verletzungen.

Lkw-Fahrer beharrt darauf „Grün“ gehabt zu haben

„Ich habe auf jeden Fall Grün gehabt“, beteuerte der Kraftfahrer nun in seinem Prozess vor dem Amtsgericht und fügte kurz darauf hinzu: „Ich fahre die Strecke täglich mehrfach. Er war auf einmal vor meinem Lkw.“

Bei der Polizei habe er sich an die Farbe der Ampel nur nicht erinnern können, weil er unter Schock gestanden habe. Allerdings war sich auch der Senior, der im Pkw saß, im Zeugenstand ganz sicher: „Ich habe definitiv Grün gehabt.“ Zudem betonte er ebenfalls, die Strecke bestens zu kennen.

Da der angeklagte Lüner zuvor noch nie negativ in Erscheinung getreten war und die Verletzungsfolgen für den Senioren nicht erheblich waren, entging er letztlich einer Verurteilung. Das Verfahren wurde gegen 150 Euro Geldbuße vorläufig eingestellt.

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