Trauer im Lichtkunstzentrum: „Tunnel of Tears“-Künstler Keith Sonnier ist tot

dzKultur

Es ist wohl das bekannteste Kunstwerk im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna: Der „Tunnel of Tears“ von Keith Sonnier. Jetzt ist der Künstler gestorben.

Unna

, 24.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kreise, die in der Luft zu schweben scheinen; ein Gewölbe das Rot-Violett-Blau leuchtet: Der „Tunnel of Tears“ bildet das Herzstück der Dauerausstellung des Zentrums für Internationale Lichtkunst. Der amerikanische Künstler Keith Sonnier schuf es 2002 und damit in der Frühphase des Lichtkunstmuseums. Dementsprechend groß ist die Trauer in Unna über den Tod des Künstlers.

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„Der ‚Tunnel of Tears‘ war die erste Großarbeit Sonniers in Deutschland“, sagt John Jaspers, Direktor des Lichtkunstzentrums, „es ist das am meisten fotografierte Werk in unserer Dauerausstellung. Man spürt immer wieder, dass die Besucher begeistert davon sind, wenn sie dort stehen.“ Aktuell ist Sonnier gleich zweimal in Unna zu sehen: Auch in der noch bis November laufenden Wechselausstellung „Neon Delight“ befindet sich ein Werk des amerikanischen Künstlers.

Neuer Webshop

Führungen und Skyspace online buchbar

  • Der neue Webshop des Zentrums für Internationale Lichtkunst ermöglicht es, dass Tickets für einzelne Zeitfenster im Vorfeld online gekauft werden können. Pro Zeitfenster können maximal zwölf Besucher in einer Gruppe durch die aktuelle Wechselausstellung geführt werden. Ist ein Zeitfenster ausgebucht, erscheint es nicht mehr als zu buchende Option im Webshop.
  • Die Führungen finden derzeit nur samstags und sonntags statt, da eine Öffnung unter der Woche derzeit unter den geltenden Corona-Schutzauflagen und der damit verbundenen Schließung des i-Punktes im ZIB noch nicht wieder möglich ist.
  • Über den Webshop, der unter www.lichtkunst-unna.de erreichbar ist, können ab August auch wieder Tickets für den „Skyspace“ von James Turrell gebucht werden. Mit dem neuen Webshop sind gleichzeitig auch die Corona-Auflagen zur Kontaktverfolgung sichergestellt: Über den Ticketkauf lässt sich nachhalten, wann wer im Museum war.

„Keith Sonnier war einer der Pioniere der Lichtkunst in den 1960er-Jahren“, sagt Jaspers, „er hat bereits früh mit Neonlampen gearbeitet und damit die Definition der Skulptur in der Kunst verändert.“ Doch nicht nur Lichtkunst faszinierte Sonnier; er arbeitet auch viel mit Stoff, Latex, Aluminium oder Sachen, die er irgendwo fand. Seine Vielseitigkeit lasse sich im „Tunnel of Tears“ gut erkennen, sagt John Jaspers: „Man sieht hier sehr gut, dass er auch Grafiker war. Die feinen Zeichnungen der Tränen zeigen dies deutlich.“

Persönlich getroffen hat John Jaspers Keith Sonnier zu seinem Bedauern nie - obwohl der Amerikaner 2017 Vorsitzender der Jury des „International Light Art Award“ war. „Wir haben damals telefoniert und ihn per Video zugeschaltet, aber er flog damals schon nicht mehr“, erklärt Jaspers. Der Tod Sonniers hat laut Jaspers keine Auswirkungen auf den „Tunnel of Tears“: „Das Werk wird hier bleiben.“ Das zweite Werk Sonniers, das in „Neon Delight“ zu sehen ist, werde dagegen wie alle anderen Objekte der Wechselausstellung nach deren Ende zurückgegeben.

Außerhalb Unnas kennen Besucher des Münchener Flughafens Keith Sonnier als kreativen Kopf hinter dem „Lightway“, einer 1,2 Kilometer langen Lichtinstallation, die im Terminal 1 einen Verbindungsgang illuminiert. Sonnier starb am 18. Juli in New York.

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