Tempo 30 gilt bereits auf der Friedrich-Ebert-Straße in Unna. Bald soll das Tempolimit auch im weiteren Straßenverlauf Richtung Kamen eingerichtet werden: auf der Kamener Straße. © Archiv
Verkehr

Tempo-30-Strecken sollen noch in diesem Jahr mehr als verdoppelt werden

Bis Ende dieses Jahres soll es für viele Unnaer deutlich ruhiger werden. Die Stadt will ihre Planungen für Tempo 30 umsetzen. Auf diesen Straßen sollen Autos ausgebremst werden.

Es ist laut an vielen Stellen in Unna. Grenzwerte für Verkehrsstärken und Lärm werden überschritten, viele Menschen sind betroffen. Noch in diesem Jahr soll die Umsetzung der Lärmaktionsplanung einen großen Schritt weiterkommen. Die Stadt plant mehr Tempolimits.

Weitere 3,6 Kilometer Tempo 30

Tempo 30, nicht nur in Wohnsiedlungen, sondern auf Hauptstraßen, ist umstritten. Viele Menschen fordern mehr Ruhe in ihren Wohnungen und Gärten. Manche Autofahrer hingegen fühlen sich unverhältnismäßig ausgebremst, andere ziehen die lärmmindernde Wirkung in Zweifel. So war auch die Politik vor Jahren noch uneins, zuletzt aber gab sie grünes Licht für die aktuelle Stufe des Lärmaktionsplans. Und diese sieht nun mehr 30er-Strecken im Stadtgebiet vor: insgesamt weitere 3,6 Kilometer in Unna-Mitte und Königsborn.

Was die Umsetzung angeht, ließ Stadtsprecher Christoph Ueberfeld nun Zuversicht erkennen: „Wir gehen davon aus, dass wir das dieses Jahr noch umsetzen werden.“ Ob dies funktioniert, wird wohl vor allem von Straßen NRW abhängen. Die Landesbehörde ist Baulastträger für drei der Strecken, die nun infrage kommen und sei nun über die städtische Planung informiert worden, berichtete Ueberfeld. „Wir hoffen, dass wir nach den Sommerferien positive Nachrichten bekommen. Dann stellen wir Tempo-30-Schilder auf an allen Stellen, die im Lärmaktionsplan vorgesehen sind.“

Hammer Straße

Die Hammer Straße hat den längsten zusammenhängenden Abschnitt, für den nun Tempo 30 eingerichtet werden soll: Von der Viktoriastraße bis kurz vor dem Haus Kissenkamp sind es rund 1,3 Kilometer. Besonders Anwohner des nördlichen Straßenabschnitts dürften sich freuen, kämpfen sie doch teils schon seit Jahren dafür, dass die Verkehrslage vor ihren Haustüren beruhigt wird. Eine frühere Planung sah vor, dass die 30 nur für den südlichen Abschnitt bis zur Parkstraße gelten soll. Offenbar wurden aber nun aktualisierte Zählungen für die Bewertung herangezogen.

Hansastraße

Bei der Hansastraße geht es „nur“ um 600 Meter. Aber auch hier leben Menschen, die dringend eine Verkehrsberuhigung wünschen. Zuletzt hatten sich Anwohner vor einem Jahr an die Öffentlichkeit gewandt. Die Initiative hatte ihre Forderungen an das Rathaus mit 40 Unterschriften untermauert. Von einer Temporeduzierung erhoffen sie sich mehr Ruhe und mehr Sicherheit.

Und wie sich nun herausstellt, soll die 30er-Strecke nicht nur wie als Minimum gefordert vom Kreishauskreisel bis zur Bornstraße geführt werden. Der Abschnitt soll bis zur Kornstraße 300 Meter weiter gelten.

Kamener Straße

Warum gilt auf der Friedrich-Ebert-Straße vom Kreisel bis zum Lebenszentrum bereits komplett Tempo 30, weiter im Norden auf der Kamener Straße aber nicht? Diese Frage zum ersten Lärmschutz-Tempolimit ließ sich bisher kaum beantworten. Demnächst soll sie hinfällig sein: Tempo 30 soll durchgehend gelten, auch auf der Hammer Straße bis zum Hallohweg in Höhe der Kaserne.

Hertingerstraße

Anwohner der Hertingerstraße vom Südring bis zur B1 dürften aktuell sogar die größten Chancen haben, dass Tempo 30 demnächst umgesetzt wird. Diese 600 Meter Asphalt sind eine Stadtstraße, Straßen NRW muss also kein grünes Licht geben. Auch für dieses Stück hat Unnas Lärmgutachter das neue Tempolimit vorgeschlagen.

Wenn die Stadt ihre Planungen umsetzt, wird der Verkehr in Unna erheblich verlangsamt: 2,7 Kilometer des Straßennetzes haben bereits Tempo 30 aus Lärmschutzgründen. Nun kämen 3,6 Kilometer hinzu. Hauptverkehrsstraßen mit mehr Ruhe würden also in Summe mehr als verdoppelt.

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Redaktion Unna
Jahrgang 1979, stammt aus dem Grenzgebiet Ruhr-Sauerland-Börde. Verheiratet und vierfacher Vater. Mag am Lokaljournalismus die Vielfalt der Themen und Begegnung mit Menschen. Liest immer noch gerne Zeitung auf Papier.
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Thomas Raulf

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