Rund 40 Parkplätze an der Schulstraße ziehen Parksuchverkehr in das Altstadtviertel, den viele für unnötig halten. Die SPD schlägt jetzt wieder eine Überplanung zur „grünen Mitte“ vor. © Archiv
Mobilität

SPD fordert „grüne Altstadt“ mit weniger unnützem Autoverkehr

Noch vor einer Diskussion über ein gesamtstädtisches Mobilitätskonzept für Unna legt die SPD einen eigenen Antrag für eine „autoarme und grüne Altstadt“ vor. Darin geht es vor allem um einen umstrittenen Parkplatz.

Wenn Unna eine „Zukunftswerkstatt Verkehr“ diskutiert, dann wird dabei sicher auch das Viertel um den maroden Parkplatz Schulstraße eine Rolle spielen. Geht es nach der SPD-Fraktion, dann soll der Rat schon jetzt eine Überplanung der Mobilität dort anstoßen. Die Ziele: weniger Autos und mehr Grün.

Die Zukunft des Parkplatzes an der Schulstraße wird schon lange diskutiert. Zuletzt hatte die SPD-Bürgermeisterkandidatin Katja Schuon im Wahlkampf vorgeschlagen, auf dem Noch-Parkplatz eine „grüne Mitte“ einzurichten. Dass dieser Parkplatz entbehrlich wäre wegen der umliegenden Parkhäuser, dass er zudem unnötigen Parksuchverkehr in das Altstadtviertel zieht, war auch im März 2020 bei einer Begehung mit einem Verkehrsplaner bestätigt worden. ADFC und VHS hatten dazu eingeladen. Auf dem Areal sozialen Wohnraum zu schaffen, war allerdings auch schon einmal politisch gefordert worden.

SPD will „konkrete Maßnahmen“

Das von der Verwaltung angekündigte Vorhaben für ein umfassendes Mobilitätskonzept, das das ganze Stadtgebiet und alle Verkehrsarten umfassen soll, begrüßen die Sozialdemokraten ausdrücklich. Sie legen aber nun schon Ideen für besagtes Altstadtquartier vor, „um diesen komplexen Planungsprozess mit konkreten Maßnahmen für eine Reduzierung des Autoverkehrs in der Altstadt zu flankieren“.

Zwischen Nordring, Gerhart-Hauptmann-, Schul- und Klosterstraße soll der Verkehr neu geordnet werden, um mehr Aufenthaltsqualität zu erreichen. Der öffentliche Raum solle zur sozialen Interaktion nutzbar werden. Das Viertel soll „autoarm“ und von unnötigem Parksuchverkehr entlastet werden.

Einfahrt nicht mehr für jeden

Den Genossen schwebt eine Regelung vor, die nur zwingend erforderlichen Kraftfahrzeugverkehr erlaubt, etwa für Anlieger, Inhaber von Stellplätzen, Pflege- und Lieferdienste oder Handwerker. Fußgänger und Radfahrer sollen sich möglichst ohne Umwege im Quartier bewegen können, das dann ausreichend und sichere Fahrrad-Abstellanlagen enthält. Der Parkplatz mit aktuell rund 40 Stellplätzen soll aufgewertet werden zur „grünen Mitte mit weitestmöglicher Bepflanzung, Sitzbänken, Spielzone etc.“ Die Stadt soll einen Planungsprozess anstoßen, in den Bürger intensiv eingebunden werden.

Mit dem Kreativgarten „Mille Fiori“ hat das Künstlerpaar Nowodworski eine kleine Oase mitten in der Stadt geschaffen – und vielleicht den Anstoß für eine Überplanung des Viertels gegeben. © Archiv © Archiv

Künstlergarten und Krankenhaus als Initialzünder

Die SPD sieht „Mille Fiori“, den Garten des Künstlerpaares Nowodworski, als „Initialzündung für eine grünere Innenstadt“. Was die Nowodworskis für mehr Begrünung leisten, leistet das Krankenhaus womöglich für den Verkehr: Die SPD-Fraktion erinnert an die Planung des Christlichen Klinikums Unna, den Standort des früheren Katharinen-Hospitals auszubauen, in diesem Zuge dessen Haupteingang zur Mozartstraße zu verlegen und ein neues Parkhaus zu bauen, das vom Verkehrsring aus angesteuert würde. Dadurch, so die SPD-Fraktion, würde der Verkehr im Altstadtkern erheblich reduziert – „Initialzündung für die autoarme Altstadt“.

Werkstatt an den Stadtrand umsiedeln?

Die Klinik-Planung könne zudem mittelfristig ergänzt werden durch einen Umzug der Werkstatt im Kreis Unna. Deren Verwaltung, Schulungsräume und Berufskolleg sind verteilt auf das Brauerei-Gelände und die ehemalige Katharinenschule gegenüber der Polizei. „Bündelt und verlegt man die insgesamt rund 6.500 Quadratmeter der Werkstatt an den Stadtrand wie in der Vergangenheit bereits angedacht, würde das das Verkehrsaufkommen im Quartier weiter reduzieren“, steht im Antrag der SPD. Ein möglicher Standort für die Werkstatt könne das Viktoria-Gelände sein, dessen Entwicklung aktuell an Fahrt aufnehme.

Über den Autor
Redaktion Unna
Jahrgang 1979, stammt aus dem Grenzgebiet Ruhr-Sauerland-Börde. Verheiratet und vierfacher Vater. Mag am Lokaljournalismus die Vielfalt der Themen und Begegnung mit Menschen. Liest immer noch gerne Zeitung auf Papier.
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Thomas Raulf
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