Schüleraustausch zur Coronazeit: So hat Francisco aus Portugal ein Jahr in Frömern erlebt

dzRotary-Club Unna

Für Francisco aus Portugal geht ein Jahr Schüleraustausch in Frömern nun zu Ende. Durch die Förderung der Unnaer Rotarier konnte er hier arbeiten, lernen und leben - auch während Corona.

Unna, Frömern

, 15.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Francisco Nyffenegger aus Portugal geht ein spannendes Jahr in Deutschland zu Ende: Vergangenen August kam er aus Tavira nach Frömern, um im Rahmen des Rotary-Austauschprogramms sein Sprachzertifikat abzulegen. Ein Jahr später ist er um viele Erfahrungen, Praktika, und Erlebnisse reicher. Und auch die Corona-Krise hat er gut fernab der Heimat überstanden.

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Wer sein Austauschjahr im Rahmen des Rotary-Programms macht, sollte in dieser Zeit möglichst keinen Besuch von Familie und Freunden aus der Heimat bekommen. Schließlich geht darum, sich auf das Leben im anderen Land einzulassen, Erfahrungen zu sammeln und dem Heimweh keine Chance zu bieten.

Corona fernab der Heimat besondere Herausforderung

In Zeiten von Corona ist das aber eine besondere Herausforderung, weiß Fransicso aus Portugal: „Meine Mama hat mich schon angefleht, dass ich zurück nach Portugal komme“, sagt er. Für den 17-jährigen Austauschschüler kam das aber nicht in Frage: „Ob ich in Deutschland nicht vor die Haustür gehe oder in Portugal, war mir egal. Außerdem wollte ich meinen Sprachzertifikat erhalten und das Programm durchziehen.“

Austauschkoordinator des Unnaer Rotary-Clubs Jürgen Schneider (l.) holt gerne Schüler wie Francisco (r.) aus aller Welt nach Unna.

Austauschkoordinator des Unnaer Rotary-Clubs Jürgen Schneider (l.) holt gerne Schüler wie Francisco (r.) aus aller Welt nach Unna. © Vivien Nogaj

Denn diese Chance ist eine einmalige, weiß Austauschkoordinator Jürgen Schneider, der bei Unnas Rotariern für den Jugenddienst zuständig ist: „Das Jahr im Ausland ist ein Erlebnis, das die Jugendlichen nie vergessen. Sie werden selbstständig, lernen ihre Stärken kennen und Schwierigkeiten zu überwinden. Und natürlich haben sie Spaß hier“, sagt Schneider. Eine weitere Besonderheit des Rotary-Austauschprogramms sei, dass das Angebot für die Jugendlichen kostenfrei ist. „Wir kümmern uns um die Organisation, die Unterkunft bei einer Gastfamilie und ein Taschengeld“. Lediglich den Flug müssten die Interessenten selbst bezahlen.

Rotary-Austauschjahr

Bewerber für 2021/22 gesucht

  • Aufgrund von Corona fällt das Austauschprogramm für die Saison 20/21 aus. Im Folgejahr werden aber gerne wieder Schüler zwischen 16 und 18 Jahren mit Rotary ins Ausland geschickt oder im Kreis Unna willkommen geheißen. Interessierte können sich informieren unter www.rotary-jd.de.
  • Austausche erfolgen nicht nur innerhalb Europas, sondern weltweit.
  • Schüler sollten im Austauschjahr mindestens 16 Jahre, bei Reiseantritt aber nicht älter als 18 Jahre sein.

Dreiwöchige Europatour musste ausfallen

Eine weitere Bedingung: Die Teilnehmer müssen zur Schule gehen. So etwa auch Francisco, der in Unna für drei Monate das Ernst-Barlach-Gymnasium besucht hat, obwohl er in Portugal bereits sein Abitur abgeschlossen hat. Erneut die Schulbank zu drücken, hat seiner Freude aber keinen Abbruch getan: „Es ging auch mehr darum, sich einzuleben und Kontakte zu knüpfen“, sagt er. Nach drei Monaten habe er dann gemerkt, dass Praktika ihn persönlich weiterbringen, also hat er etwa im Katharinen-Hospital, bei der Sparkasse Unna-Kamen, und im holländischen Boskoop in einer Gärtnerei gearbeitet.

Schade sei letztlich nur gewesen, dass der krönende Abschluss des Jahres, eine dreiwöchige Europatour mit anderen Austauschschülern, wegen Corona ausgefallen ist. „Das hat mich geärgert“, sagt Fransico. Dennoch behält er sein Auslandsjahr in guter Erinnerung. Und will vielleicht sogar in Deutschland studieren. Das nötige Sprachzertifikat dazu hat er jetzt.

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