Wie kann der Nordosten Königsborn lebenswerter gestaltet werden? Die Antworten darauf sind vielfältig: Über 130 Anregungen haben die Bürger schon gegeben - und das teilweise sehr konkret.

Königsborn

, 26.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Zebrastreifen am Ausgang des Kurparks an der Hubert-Biernat-Straße, ein Spielplatz auf dem Zechenplatz und Bänke an den Bushaltestellen am Königsborner Markt: Diese kleine Auswahl an Ideen zeigt, dass Königsborns Bürger sehr konkrete Vorstellungen davon haben, wie ihr Wohn- und Lebensumfeld verbessert werden kann. Noch bis zum 31. Juli können weitere Ideen online gemeldet werden.

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Liberto Balaguer, Quartiersmanager im Projekt „Soziale Stadt Unna-Königsborn Süd-Ost“, zeigt sich positiv überrascht, dass binnen weniger Wochen nach Start der Online-Befragung schon so viele Ideen eingetragen wurden. „Dass es so viele werden würden, habe ich nicht erwartet. Die Beteiligung an solchen Projekten hängt oft davon ab, wie konkret eine Maßnahme tatsächlich bereits ist.“ Das „Integrierte Handlungskonzept“, mit dem nach Königsborns Südosten nun auch der Norden aufgewertet werden soll, klingt dafür ziemlich sperrig und wenig konkret. Tatsächlich aber ist es die Voraussetzung dafür, dass sich im Ortsteil tatsächlich etwas ändern kann und im Idealfall dafür auch noch Fördergelder fließen.

Interaktive Karte

Online-Befragung noch bis 31. Juli

  • Wer Ideen und Anregungen für den Königsborner Norden hat, kann diese noch bis zum 31. Juli auf der Internetseite www.plan-portal.de/koenigsborn auf einer interaktiven Karte eintragen.
  • Die Teilnahme an der Befragung ist kostenlos und erfolgt anonym.

Im Herbst soll das fertige Konzept stehen

„Die Ideen, die die Bürger uns jetzt über die Online-Befragung melden, fließen in das Gesamtkonzept ein“, erklärt Balaguer. Schon jetzt werten er und seine Kollegen die eingegangenen Hinweise aus - im Herbst soll das Integrierte Handlungskonzept dann idealerweise stehen. „Damit können wir dann für ausgewählte Maßnahmen Förderanträge stellen und sie tatsächlich umsetzen.“ Für die Umsetzung des Konzeptes ist ein Zeitraum innerhalb der nächsten zehn Jahre anvisiert.

Natürlich wird nicht jede Idee, die jetzt von den Bürgern eingereicht wird, auch umgesetzt werden können. „Den Wunsch nach einem Biergarten in diesem Bereich Königsborns beispielsweise wird die Stadt natürlich nicht umsetzen können, das ist ja eine privatwirtschaftliche Sache“, greift Liberto Balaguer einen der Hinweise aus der Online-Befragung auf, „aber auch so ein Hinweis ist für uns wichtig, denn er zeigt, dass es hier einen Bedarf an Begegnung gibt.“

Der Bahnhof Königsborn wurde in vielen Bürger-Anregungen bereits genannt; auch der Quartiersmanager sieht ihr großes Potenzial: „Das kann ein echter Ort der Begegnung werden“, sagt Liberto Balaguer.

Der Bahnhof Königsborn wurde in vielen Bürger-Anregungen bereits genannt; auch der Quartiersmanager sieht ihr großes Potenzial: „Das kann ein echter Ort der Begegnung werden“, sagt Liberto Balaguer. © Anna Gemünd

Und Orte für Begegnungen schaffen, das ist genau das, was mithilfe des Integrierten Handlungskonzeptes gelingen kann. Bestes Beispiel dafür ist der Bahnhof Königsborn, der gleich mehrfach in der Online-Befragung genannt wurde. „Dieses Bahnhofsgebäude ist ein Schmuckstück, es ist ein Tor in die Stadt und es kann in den nächsten Jahren noch wichtiger werden, wenn der RS1 realisiert wird. Mit der Fahrradstraße auf der Platanenallee ist ja schon ein erster Schritt getan“, sagt Balaguer.

„Die Gleise der Bahn bilden eine physische Grenze gen Norden, aber ich habe das Gefühl, dass es vor allem eine mentale Grenze in den Köpfen der Menschen ist, die über Jahrzehnte gewachsen ist: Es gibt den Teil nördlich und den Teil südlich der Bahn.“
Liberto Balaguer, Quartiersmanager

Dürfte er sich für die Zukunft des Gebäudes etwas wünschen, wäre dies ein „Zentrum der Begegnung“, das seine Strahlkraft auch über vermeintlich trennende Grenzen hinweg entfaltet. „Die Gleise der Bahn bilden eine physische Grenze gen Norden, aber ich habe das Gefühl, dass es vor allem eine mentale Grenze in den Köpfen der Menschen ist, die über Jahrzehnte gewachsen ist: Es gibt den Teil nördlich und den Teil südlich der Bahn.“ Aus Sicht des Quartiersmanagers hat der Bahnhof Königsborn das Potenzial, diese gedankliche Trennung zu überwinden.

Zechenplatz „unter Wert verkauft“

Ebenfalls oft genannt in den bisherigen Anregungen der Online-Befragung: der Zechenplatz. Mit dem markanten Zechenrad ist der Platz schon jetzt ein potenzieller Begegnungsort, an dem sich auch gleichzeitig die Geschichte Königsborns erleben lässt. „Doch der Platz wird unter Wert verkauft“, findet der Quartiersmanager. Einen Spielplatz wünschen sich hier einige Bürger, einfach saubere Flächen wieder andere. Eine neu angelegte Blühwiese wertet den Platz allerdings optisch schon auf - wenn kein Müll herumliegt.

„Über die Online-Befragung sind auch sehr viele allgemeine Wünsche nach mehr Sauberkeit auf Grünflächen oder an Wegen eingegangen“, sagt Balaguer. „Die geben wir an die Stadtverwaltung weiter.“ Nicht immer sei es aber die Stadt, die tatsächlich zuständig sei, wenn irgendwo beispielsweise Müll abgeladen wird. „Nicht jede Freifläche ist städtisch, da muss oft erst der Grundstückseigentümer ermittelt werden“, wirbt der Quartiersmanager um Geduld, wenn nicht nach jedem Hinweis sofort binnen weniger Tage alles wie gewünscht „in Ordnung“ gebracht werde.

Der Zechenplatz mit dem markanten Zechenrad und neu angelegter Blühwiese werde derzeit „noch weit unter Wert verkauft“, findet Quartiersmanager Liberto Balaguer. Auch bei der Online-Befragung wurden viele Hinweise zu dem Platz abgegeben.

Der Zechenplatz mit dem markanten Zechenrad und neu angelegter Blühwiese werde derzeit „noch weit unter Wert verkauft“, findet Quartiersmanager Liberto Balaguer. Auch bei der Online-Befragung wurden viele Hinweise zu dem Platz abgegeben. © Anna Gemünd

Noch bis zum 31. Juli läuft die Online-Befragung zum Nordosten Königsborns - und Balaguer und seine Kollegen hoffen auf weitere Anregungen. „Die Bürger sind hier Experten in eigener Sache: Sie wohnen und leben hier und sie wissen am besten, was hier fehlt oder verbessert werden könnte.“ Wie aus dem sperrig klingenden Integrierten Handlungskonzept tatsächliche Verbesserungen entstehen können, zeigt das Beispiel in Königsborn Süd-Ost: Der Naturerlebnisraum, das Parkquartier und Mitmach-Gärten sind hier in den vergangenen Jahren entstanden - und mit dem Quartiersbeirat werden weiterhin Projekte angestoßen und umgesetzt. Eine Chance, die auch Königsborns Norden nun bekommen soll.

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