Rasim Tosun und Dave Varghese von Verdi sammelten Unterschriften für die Volksinitiative "Gesunde Krankenhäuser". © Maximilian Konrad
Unterschriften-Aktion in Unna

Mehr Personal und gegen den Profit: Verdi fordert gesunde Krankenhäuser

Patienten statt Umsatz und die Aufrechterhaltung aller Standorte: Das sind nur zwei Forderungen der Gewerkschaft Verdi, die in der Unnaer Innenstadt Unterschriften sammelte.

Mit einem Satz bringt Rasim Tosun das Problem auf den Punkt. „Das System funktioniert aktuell nur, weil viele Mitarbeiter in Krankenhäusern über ihre Belastungsgrenze gehen“, sagt der Verdi-Gewerkschaftssekretär im Bezirk Westfalen. Er ergänzt: „Das sorgt aber auch für eine höhere Fehleranfälligkeit und grundsätzlich haben die Arbeitskräfte weniger Zeit für die Patienten.“

Deshalb hat Verdi die Volksinitiative „Gesunde Krankenhäuser in NRW“ ins Leben gerufen. Dafür warben Tosun und sein Kollege Dave Varghese am Freitag (8. Oktober) in der Unnaer Innenstadt. Deshalb fordert die Gewerkschaft mehr Personal.

Intensive Analyse nötig

Darüber hinaus setzt sich Verdi dafür ein, dass alle Krankenhäuser – und damit vor allem die kleineren Standorte – bestehen bleiben. „In letzter Zeit gab es einige Zusammenschlüsse von Krankenhäusern und es wurde mehr zentralisiert. Daher sind einige Standorte in Gefahr“, erklärt Varghese. Für das Christliche Klinikum Unna könnte dies für die nahe Zukunft bedeuten, dass das Leistungsspektrum reduziert wird.

Weitere Informationen zur Initiative gibt es auf der Internetseite https://gesunde-krankenhaeuser-nrw.de/.

Um die Sachlage patientenorientiert einzuschätzen, fordert die Gewerkschaft eine intensive Analyse, um den neuen Krankenhausplan NRW zu erstellen. Ein voriges Gutachten sei ohne Patientenvertreter und Mitarbeiter von Krankenhäusern durchgeführt worden, berichtet Varghese. Wenn die Volksinitiative etwa 66.000 Unterschriften von in NRW wohnenden Bürgern sammelt, muss sich der Landtag mit dem Thema befassen.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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