Kinder gestalten Naturerfahrungsraum im Quartier Königsborn-Südost

dzSoziales Projekt

Der Naturerfahrungsraum an der Berliner Allee dient Kindern als naturnaher Spiel-und Rückzugsort. Im Rahmen eines Ferienprojekts der Jugendkunstschule Unna haben Kinder diesen nun weiter gestaltet.

Unna

, 03.07.2020, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Natur kennen lernen, Kreativität fördern und die Identifikation mit dem eigenen Wohnumfeld stärken - all das sind Dinge, die der Naturerfahrungsraum im Quartier Königsborn-Südost seinen Nutzern möglich machen soll. Für den „Spielplatz der besonderen Art“ haben Kinder nun im Rahmen eines Projekts der Jugendkunstschule Unna Eingangstore aus Baumstämmen gestaltet.

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„Die Stelen heben diesen besonderen Ort jetzt noch deutlicher hervor“, erklärt Projektinitiatorin Julia Weber-Seysen von der Jugendkunstschule Unna. Bislang waren die beiden Eingänge zum Naturerfahrungsraum noch hinter den Wohnhäusern der Berliner Allee versteckt, jetzt sind sie durch die zwei Tore gut ersichtlich. Das sei besonders für Besucher aus Umgebung gut - denn neben den Anwohnern nutzen auch Kindergärten und Schulklassen aus der Umgebung den Ort, um mit der Natur in Berührung zu kommen.

Kreatives Handwerken stärke die Persönlichkeit

Das sei eine Sache, die heutzutage längst nicht mehr selbstverständlich ist, meint Umweltpädagoge und Grünholzwerker Jan Rau, der das Projekt mit den Kindern umgesetzt hat: „Für viele Kinder gehört das Spielen in der Natur nicht mehr zum Alltag dazu“, sagt er. Dabei sei das in der digitalisierten Welt umso wichtiger: „Kreatives Handwerken trägt zur Bildung der eigenen Persönlichkeit bei.“ Rau habe daher auch Wert darauf gelegt, mit ursprünglichem Werkzeug wie Ziehmesser und Hohleisen zu arbeiten - und mit Muskelkraft. Das kam auch bei den Kindern gut an: „Es war schön, selbst etwas zu gestalten und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen“, sagte Projektteilnehmerin Maja etwa.

Fertig ist das kreativ gestaltete Tor: Der Eingang zum Naturerfahrungsraum ist deutlich markiert.

Fertig ist das kreativ gestaltete Tor: Der Eingang zum Naturerfahrungsraum ist deutlich markiert. © Vivien Nogaj

Gemeinschaftsförderung im Quartier

Darüber hinaus biete das Gestalten des Naturerfahrungsraums auch weitere Vorteile, wie Julia Weber-Seysen erklärt: „Das Quartier Berliner Allee, das lange als Problemviertel galt, erfährt nun die nötige Aufwertung“, sagt sie. Die aktive Beteiligung der Kinder fördere außerdem die Gemeinschaft in dem Quartier sowie das Erleben von Verantwortung. Aspekte, die den Naturerfahrungsraum künftig auch vor Vandalismus schützen, hofft Projektleiterin Weber-Seysen: „Die Kinder haben selbst etwas geschaffen und wissen, wie viel Arbeit in ihrem Werk steckt.“

Dieses können sich die Besucher des Naturerfahrungsraums noch lange angucken: Etwa 30 Jahre sollen die selbst gestalteten Stelen, die nach der Gestaltung professionell einzementiert worden sind, halten. Und den Eingang zu einem ganz besonderen Ort markieren.

Gefördert wurde das Projekt „Ein Tor für den Naturerfahrungsraum“ auch von der Werkstatt im Kreis Unna. Die Kosten von 4000 Euro wurden aus dem Aktionsfonds des Quartiersmanagements finanziert.
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