Drohung wirkt: Jetzt stellt Unna die Gelbe Tonne richtig an die Straße

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Die Müllabfuhr mit dem Roboter-Arm war für Unna etwas Neues. Nach holprigem Start gilt die Einführung der Seitenladertechnik jetzt endlich als gelungen. Das Ultimatum der GWA hat Wirkung gezeigt.

Unna

, 24.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Müllfahrzeuge, die eine Tonne scheinbar von allein packen und in ihren Laderaum entleeren, gelten in der Abfallwirtschaft als Konzept der Zukunft. Wo bislang menschliche Ladehelfer auf dem Trittbrett mitfuhren, reicht nun ein Fahrer, um den Sammler durch die Straßen der Stadt zu steuern. Voraussetzung dafür ist, dass die Verbraucher mitwirken. Nach einem halben Jahr Anlaufzeit scheint dies nun zu geschehen.

Die Einführung der Seitenladerfahrzeuge für die Leerung der Gelben Tonne durch die GWA lief holprig, in Unna vielleicht sogar etwas schwieriger als zuvor in anderen Kommunen. In der Nachbargemeinde Holzwickede werden auch die übrigen Mülltonnen seit Jahren mit dieser Technik geleert, die eine passende Aufstellung der Behälter erfordert. In Unna aber ist die kreiseigene GWA Vorreiterin, während die Stadtbetriebe die Umstellung noch in Prüfung haben.

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So funktionieren die neuen Seitenlader für die Gelbe Tonne

Zudem aber rumpelte es auch im kommunikativen Miteinander. Eine Erstinformation im Abfallkalender der Stadt kam bei vielen Unnaern nicht an, wird das Druckwerk doch eher als Nachschlagewerk genutzt. Die spätere Öffentlichkeitsarbeit stieß manchen Bürgern als zu belehrend auf. Noch im Juni schien die Akzeptanz der neuen Stellordnung so mäßig zu sein, dass die GWA ein Ultimatum aussprach: Tonnen, die regelmäßig falsch an die Straße gestellt werden, sollen demnach künftig ungeleert stehen bleiben.

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Das Druckmittel scheint zu wirken, wie GWA-Sprecher Andreas Hellmich nun erklärt. Zwischen 800 und 1000 Gelbe Tonnen hat die Tochtergesellschaft GWA kommunal täglich in Unna abzufahren. Ungeleert blieben zuletzt ein oder zwei davon. „Es funktioniert. Die Unnaer Bürger haben es jetzt verstanden und machen gut mit, wofür wir auch sehr dankbar sind“, sagt Hellmich.

Diese „Denkzettel“ kleben die Fahrer von GWA kommunal auf Tonnen, die nicht passend für den Einsatz der Seitenladertechnik aufgestellt wurden.

Diese „Denkzettel“ kleben die Fahrer von GWA kommunal auf Tonnen, die nicht passend für den Einsatz der Seitenladertechnik aufgestellt wurden. © GWA

Bei aller Härte seien die Fahrer aber dennoch gehalten, Augenmaß walten zu lassen. Wenn eine Gelbe Tonne ohne Verschulden des Nutzers nicht erreichbar ist, weil jemand sein Auto davor geparkt hat, muss der Fahrer des Abfuhrfahrzeuges aussteigen, um die Tonne von Hand an den Haken zu hängen. Und auch bei einmaligen Vergehen ist auf Gnade zu hoffen. „Wenn zum Beispiel in einem Mehrfamilienhaus mit wechselnden Zuständigkeiten nur ein Bewohner in seiner Müllwoche einen Fehler macht, soll nicht die ganze Hausgemeinschaft darunter leiden“, so Hellmich.

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