Feuerwehr rettet Lackierwerkstatt: Brand in Massen hätte viel schlimmer ausgehen können

dzGroßbrand

Mehrere 100.000 Euro Sachschaden lautet die erste Bilanz nach dem Brand mehrerer Lagerhallen im Gewerbegebiet in Massen. Am Tag danach ist klar: Es hätte viel schlimmer kommen können.

Massen

, 08.08.2020, 12:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stefan Knecht schüttelt immer wieder den Kopf. „Da haben wir richtig, richtig Glück gehabt.“ Der Pächter der Autolackierwerkstatt, die sich direkt neben den Lagerhallen befindet, die in der Nacht zu Samstag brannten, steht vor den am Samstagmorgen noch immer leicht rauchenden Trümmern, die einst Container waren. Dass seine Werkstatt nicht ebenso aussieht, ist den Feuerwehrleuten zu verdanken, die bis in die frühen Morgenstunden versuchten, die Flammen von der Lackierwerkstatt fernzuhalten - mit Erfolg.

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Ein paar Fensterscheiben sind geplatzt, die Mülltonnen sind geschmolzen und auch der Briefkasten ist nur noch ein verkohlter Fleck an der Fassade. Auch ein Container, der als Pausenraum dient, ist komplett zerstört, die Außenwand der Werkstatt zeigt Rußspuren - aber ansonsten ist die Werkstatt intakt. „Das ist unglaublich, welche Hitze hier gewütet hat“, sagt Stefan Knecht mit Blick auf die geschmolzenen Metallträger auf dem Nachbargrundstück.

Nur noch das Tor zu der einstigen Lagerhalle steht am Tag nach dem Brand noch, davor ein Anhänger. Das Feuer vernichtete mehrere Lagercontainer.

Nur noch das Tor zu der einstigen Lagerhalle steht am Tag nach dem Brand noch, davor ein Anhänger. Das Feuer vernichtete mehrere Lagercontainer. © Anna Gemünd

Schadstoffmessungen durch ABC-Trupp

„Die Lackiererei brennt“ - Als Stefan Knecht diesen Anruf mitten in der Nacht bekommt, hält ihn nichts mehr. Er eilt zur Brandstelle - und wird Zeuge, wie die Feuerwehr gegen die Flammen kämpft, die auch seine Werkstatt bedrohen. „So viel Feuerwehr habe ich noch nie gesehen, die standen überall.“ 90 Einsatzkräfte waren vor Ort, wie die Stadt Unna später mitteilt. Auch der ABC-Trupp der Feuerwehr ist dabei, nimmt Schadstoffmessungen vor. Sicherheitshalber wird über die Warn-App NINA eine Warnung für Massen-Nord ausgegeben, denn die Schadstoffbelastung ist zunächst unklar, solange niemand weiß, was da eigentlich genau brennt.

Zunächst war nicht klar, ob möglicherweise Schadstoffe verbrennen. Doch der Lippeverband gab nach Messungen Entwarnung: Die Feuerwehr konnte das Löschwasser in die Kanalisation ableiten.

Zunächst war nicht klar, ob möglicherweise Schadstoffe verbrennen. Doch der Lippeverband gab nach Messungen Entwarnung: Die Feuerwehr konnte das Löschwasser in die Kanalisation ableiten. © Michael Neumann

„Wir haben richtig, richtig Glück gehabt.“
Stefan Knecht, Pächter der Autolackier-Werkstatt neben der Brandstelle

Hätten die Flammen auch auf die Lackierwerkstatt übergegriffen, wäre das Szenario möglicherweise schlagartig noch bedrohlicher geworden. „Wir haben Lacke und Lösungsmittel dort drinnen und natürlich Autos. Gerade die Lösungsmittel, die hätten richtig gebrannt und geknallt“, sagt Stefan Knecht. Als er um halb vier die Brandstelle verlässt, hat die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle - und seine Werkstatt gerettet. „Das hätte so viel schlimmer kommen können“, ist er einfach nur dankbar.

Die Stadtverwaltung gab unterdessen am Samstagvormittag Entwarnung wegen möglicher Schadstoffe. „Die Messungen vor Ort haben ergeben, dass keine Gefahr besteht und auch der Lippeverband hat uns Entwarnung gegeben, dass wir das Löschwasser ohne Bedenken der Kanalisation zuführen können“, sagt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld auf Anfrage unserer Redaktion. Zur Brandursache laufen derzeit noch die Ermittlungen. Dem Vernehmen vor Ort nach könnte ein explodierte Gasflasche der Auslöser gewesen sein.

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