Weihnachtsmarkt Unna steht auf der Kippe

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Drei Wochen nach dem derzeit geltenden Veranstaltungsverbot in NRW startet der Weihnachtsmarkt Unna - noch. Beim Stadtmarketing herrscht große Unsicherheit, ob der Markt stattfinden kann.

Unna

, 14.07.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass es mal eine Rolle spielen würde, ob man den heißen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt anpusten darf, um ihn abzukühlen, hätte das Stadtmarketing Unna wohl auch nie gedacht. Doch genau solche Fragen sind es derzeit, mit denen sich das Team als Veranstalter des Unnaer Weihnachtsmarktes beschäftigen muss. Denn im Corona-Jahr steht die Frage im Raum: Wie kann der Weihnachtsmarkt mit seinem stets dichten Gedränge stattfinden, ohne dass ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht? Und dann geht es plötzlich auch um den Glühwein und seine Trinktemperatur.

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„Die Frage, ob der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr stattfindet oder nicht, ist aktuell ein Blick in die Glaskugel.“
Daniela Guidara, Stadtmarketing Unna

„Die Frage, ob der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr stattfindet oder nicht, ist aktuell ein Blick in die Glaskugel“, dämpft Daniela Guidara vom Stadtmarketing Unna Hoffnungen auf ein klares „Ja“ oder „Nein“, „die Veranstaltung steht zu großen Teilen, aber wir müssen abwarten, ob eine neue Verordnung kommt und wie sie aussieht, ob es Auflagen gibt oder ein weiteres Verbot.“ Fakt ist: Die aktuell geltende Verordnung des Landes NRW, die Großveranstaltungen verbietet, gilt bis zum 31. Oktober. Drei Wochen später startet der Unnaer Weihnachtsmarkt.

Neue Verordnung Mitte November wäre zu spät

„Wir wissen nicht, wann es eine neue Verordnung geben wird, vielleicht erst Mitte November“, sagt Guidara. Eine Verordnung am 15. November, die einen Weihnachtsmarkt unter Auflagen erlaubt - man muss kein Hellseher sein, um sich ausrechnen zu können, dass das für den normalen Starttermin am 23. November nahezu unmöglich umzusetzen ist. Zumal sich die Mitarbeiter des Stadtmarketings noch immer in Kurzarbeit befinden.

Zusammen singen auf und vor der Bühne auf dem Alten Markt: Das gehört seit Jahren zum Weihnachtsmarkt in Unna dazu. Ob es im Jahr der Corona-Pandemie stattfinden kann, scheint höchst ungewiss.

Zusammen singen auf und vor der Bühne auf dem Alten Markt: Das gehört seit Jahren zum Weihnachtsmarkt in Unna dazu. Ob es im Jahr der Corona-Pandemie stattfinden kann, scheint höchst ungewiss. © Julian Gebhardt

Händler sagen nicht ab, aber haben viele Fragen

„Einen Weihnachtsmarkt mit Auflagen zu organisieren oder auch eine abgespeckte Alternativversion des Marktes, das braucht Leute. Ab wann holt man dann Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurück? Wir wissen es nicht, wir hangeln uns da gerade so durch“, schildert Guidara das Problem. Absagen von Händlern des Weihnachtsmarktes haben sie bisher nicht bekommen, wohl aber viele Anfragen. „Wenn ich mit Kunsthandwerk auf dem Weihnachtsmarkt stehe, muss ich jetzt wissen, ob es sich lohnt, jetzt dafür einzukaufen oder nicht. Wenn ich es nicht verkaufen kann, weil der Markt ausfällt, ist das ein wirtschaftliches Risiko“, benennt Daniela Guidara die Sorgen der Händler.

55 Händler stehen im Schnitt auf dem Weihnachtsmarkt in Unna, vier Wochen lang verkaufen sie Schmuck, Handwerk und Spielwaren. Hinzukommen die gastronomischen Stände und die Bühne auf dem Alten Markt, die Kinder- und Musikprogramm bietet. Es ist eine Atmosphäre, auf die auch die Unnaer Händler in der Innenstadt bauen: Weihnachtsmarkt-Besucher sind potenzielle Kundschaft - im Corona-Jahr, in dem die Geschäfte lange geschlossen bleiben mussten, ein dringend benötigte Kundschaft.

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