Richard Duksa (Stadtbetriebe) und Silvia Klemp (Tiefbauamt) zeigen ihre gemeinsame Baustelle im Burgviertel. Beginnend mit der Kleinen Burgstraße (Hintergrund) werden erst neue Kanäle verlegt, dann die Straßen neu gepflastert. © Raulf
Burgstraße

Baustelle in der Altstadt mit ungewöhnlicher Umleitung – Parkplätze gesperrt

Zwischen Morgentor und Fußgängerzone wird die Altstadt zum Nadelöhr. Der Appell für die kommenden acht Wochen: Hier sollte niemand mehr in die Innenstadt fahren, Parkplätze gibt es sowieso nicht.

Bauarbeiten machen einen Teil der Innenstadt zum Nadelöhr. Bis zum Ende des Jahres wird zwischen Morgentor, Museum und Fußgängerzone gegraben. Die schwierigste Phase steht direkt am Anfang. Die Parkplätze am Ring sind weg.

Umleitung führt halb um die Stadtkirche

In der Kreuzung Morgenstraße/Kleine Burgstraße klafft bereits ein Loch. Von dort werden Arbeiter in den kommenden Wochen Stück für Stück baggern in Richtung Norden. Die Kleine Burgstraße ist für den Verkehr gesperrt. Die Umleitung ist gewöhnungsbedürftig: Die Stadt Unna hat die Einbahnstraßenregelung für die Morgenstraße umgekehrt. Vom Ostring kommend fahren Autos die Morgenstraße hoch, um dann links auf die Kirchstraße abzubiegen. Der Weg führt zum Kirchplatz hinauf, halb um die Stadtkirche herum, am Ullrichswall wieder hinunter und über die Wasserstraße zum Ostring.

Appell: Hier nicht in die Stadt hineinfahren

Antje Röhle-Gutsche vom Straßenverkehrsamt appelliert, die Umleitung möglichst gar nicht zu benutzen. Der Weg ist relevant für Anwohner und Besucher der Arztpraxen in dem Viertel. Wer hingegen ein anderes Ziel in der Innenstadt hat und auf das Autofahren nicht verzichten kann oder möchte, soll am besten direkt die Tiefgarage am Bahnhof ansteuern. Im Bereich Morgenstraße/Kirchstraße stehen keine Parkplätze zur Verfügung. Für Anwohner, die nun auf Stellplätze verzichten müssen, habe man gesonderte Vereinbarungen getroffen.

Mit Sperrungen und Umleitungen müssen Anlieger und Besucher des Burgviertels vor allem in den kommenden sechs bis acht Wochen leben. Insgesamt sollen die Bauarbeiten bis zum Jahresende dauern. © Stadt Unna © Stadt Unna

Etwa sechs bis acht Wochen soll es dauern, bis ein neuer Kanal in der Kleinen Burgstraße bis zur Hälfte fertig verlegt ist. Dann soll die Umleitung aufgehoben werden, indem der Verkehr über die Lüningstraße geführt wird. Die Wanderbaustelle zieht weiter durch die Burgstraße, an der Stadtmauer entlang und bis hinunter zum Parkplatz am Morgentor.

Kein Parkplatz mehr vorhanden

Dieser ist bereits gesperrt für Baumaschinen und -container. Voraussichtlich wird er in seiner alten Form gar nicht wieder freigegeben. Bekanntlich ist geplant, ab 2022 an die neuen Biergarten-Terrassen am Morgentor anzuschließen und einen neuen Platz mit Aufenthaltsqualität zu bauen. Der Durchgangsverkehr soll dann nicht mehr über die Morgenstraße in das Viertel hineinführen, sondern über eine neue Straße, die den jetzigen Parkplatz kreuzt. Dadurch fällt dort künftig etwa die Hälfte der Parkplätze weg.

Zunächst aber soll im Verlauf des Jahres das Burgviertel ein neues Gesicht bekommen. Dort werden nicht nur neue Kanäle verlegt. Im Anschluss wird auch die teils marode Straße erneuert. Die Stadt Unna plant eine Pflasterung, wie sie in der Lüningstraße bereits vorhanden ist. Auch mit Blick auf den geplanten Abschluss der Platzgestaltung am Morgentor resümiert Silvia Klemp vom Tiefbauamt: „Wenn alles fertig ist, dann haben wir hier ein sehr schönes Eingangstor zur Altstadt.“

Dieses helle Pflaster ist ein Stück Stadtgeschichte. An wenigen Stellen gibt es noch das rund 100 Jahre alte Tudorfer Pflaster. Hier, schräg gegenüber vom Museum, soll im Zuge des Straßenneubaus eine kleine Fläche erhalten bleiben. © Raulf © Raulf

Ein Stück steinerne Geschichte

Apropos Altstadt und Pflasterung: An einer Stelle innerhalb des Neubaubereichs soll ein Stück „uralten“ Pflasters erhalten bleiben. Es ist weißes, Tudorfer Pflaster, verlegt in einem Zickzackmuster. Mitunter wird bei Altstadtführungen darauf hingewiesen. Diese Pflasterung entstand Anfang des 20. Jahrhunderts, wie Rudolf Geitz in einer Ausgabe des Magazins Herbst-Blatt berichtet. Demnach galt das Tudorfer Pflaster seinerzeit als elegante Möglichkeit zur Befestigung von Bürgersteigen, die man sich in Bädern wie Oeynhausen oder Salzuflen, in Bischofsstädten, aber eben auch in Ruhrstädten wie Dortmund und Unna leistete. In Unna seien nur noch wenige Bruchstücke der historischen Pflasterung erhalten.

Über den Autor
Redaktion Unna
Jahrgang 1979, stammt aus dem Grenzgebiet Ruhr-Sauerland-Börde. Verheiratet und vierfacher Vater. Mag am Lokaljournalismus die Vielfalt der Themen und Begegnung mit Menschen. Liest immer noch gerne Zeitung auf Papier.
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Thomas Raulf
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