Drei Fledermäuse, gefunden in Kamen Heeren und Menden, wurden von den Fledermausexperten des Arbeitskreises Fledermausschutz in Unna aufgepäppelt. © Dirk Becker
Fledermäuse

„Batnight“ des NABU: Wie man Fledermäusen im Garten helfen kann

Am 28. und 29. August stehen Fledermäuse bei der „Batnight“ des NABU im Fokus. Eine Expertin aus dem Kreis Unna berichtet, wie es um Fledermäuse in Unna steht und was sie benötigen.

An diesem Wochenende, 28. und 29. August, findet die 25. Batnight des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) statt. Bundesweit veranstaltet der Verein rund 100 Veranstaltungen zu den „Kobolden der Nacht“. Die Veranstaltungen finden rund um das Wochenende beispielsweise auch in Lüdenscheid, Essen, Olpe und Hilden statt.

Die Veranstaltungen des NABU sollen Vorurteile gegenüber Fledermäusen abbauen und auf ihre zunehmend schwierige Situation aufmerksam machen. Achim Winkler, Vorstandsmitglied des NABU NRW, sagt: „Unsere heimischen Fledermäuse sind völlig harmlos und sehr nützlich, denn sie fressen ausschließlich Insekten.“ Das Abholzen von alten, höhlenreichen Bäumen im Zuge einer intensiven forstlichen Nutzung bedeute für Fledermäuse den Verlust ihrer Fortpflanzungs-, Ruhe- und Nahrungshabitate. Auch die intensive Landwirtschaft und die Sanierung und der Abbruch von Gebäuden brächten die nachtaktiven Tiere in Wohnungsnot, berichtet der NABU.

In Unna sind mehrere Fledermausarten vertreten

In Unna sind die Rauhautfledermaus und der Große Abendsegler am häufigsten vertreten, berichtet Irmgard Devrient vom Arbeitskreis Fledermausschutz des NABU Unna. Die Zahl der Artvertreter hat jedoch in letzter Zeit abgenommen. Im südlichen Stadtgebiet kann man am ehesten Zwergfledermäuse beobachten. An Gewässern sieht man die Wasserfledermaus, die dort auf Insektenjagd „fliegt“.

Neben anderen Fledermäusen wird zurzeit auch eine Breitflügelfledermaus von den Experten versorgt.
Neben anderen Fledermäusen wird auch eine Breitflügelfledermaus von den Experten versorgt. © Dirk Becker © Dirk Becker

Der Arbeitskreis Fledermausschutz kümmert sich in Unna um Fledermäuse, die schon mal abstürzen, sich in Kellern verirren oder auch von Katzen gejagt werden, die die Echofrequenz der Fledermäuse wahrnehmen können.

Wie sich die Arbeit des Arbeitskreises auszahlt, zeigt sich am Beispiel „Bella“. Der Kleinabendsegler war 2003 abgemagert in einem Keller an der Schillerstraße in Unna gefunden worden. Das Tier wurde am Flügel beringt, nachdem Irmgard Devrient und ihre Kollegen es aufpäppelt hatten. Nach erfolgreicher Auswilderung wurde die Fledermaus sogar südlich von Madrid gesichtet.

Das Fledermaus-Haus, errichtet von Mitarbeitern des Arbeitskreis Fledermausschutz, ist die letzte Station, bevor die Fledermäuse selbstständig losziehen.
Das Fledermaus-Haus, errichtet von Mitarbeitern des Arbeitskreis Fledermausschutz, ist die letzte Station, bevor die Fledermäuse selbstständig losziehen. © Dirk Becker © Dirk Becker

Derzeit versorgen die Experten einige junge Fledermäuse. Drei Kleinabendsegler sind in Kamen-Heeren und Menden auf der Straße gefunden worden. Wie die Fledermäuse dort hingeraten sind, ist unklar.

In ländlichen Gebieten hängen Fledermäuse tagsüber hauptsächlich in Bäumen, deren toten Baumhöhlen oder in angebrachten Kästen. In besiedelten Gebieten kann man sie auch mal an Hauswänden oder unter Dachgiebeln sehen.

Wer Fledermäuse schützen möchte, muss Insekten schützen

Damit die Zahl der Fledermäuse nicht weiter abnimmt, kann man selbst im Garten mithelfen. „Es müssen keine besonderen Pflanzen gepflanzt werden. Hauptsache es gibt an der Gesamtfläche genug Gärten mit verschiedenen Pflanzen“, erklärt Irmgard Devrient. Fledermäuse ernähren sich von Insekten. Auch sie sind also vom Insektensterben betroffen. Um den Fledermäusen bestmöglich zu helfen, gibt man Insekten einen attraktiven Lebensraum und stellt den Fledermäusen Ruheplätze zur Verfügung.

Nachtblühende, nektarreiche Pflanzen die Nachtfalter anlocken oder auch eine Wasserstelle, die viele Insekten anlockt, sind einige Tipps des NABU. Wer keine Höhlen und Spalten an Bäumen oder Haus bieten kann, kann mit einem Fledermausbrett oder einem Flachkasten den Fledermäusen ein Zuhause bereitstellen. Wer Fledermäusen helfen will, setzt zudem auf giftfreies Gärtnern.

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