Massener Fußballer stellt Strafanzeige gegen spuckenden Gegenspieler

dzFußball

Die SG Massen will sich mit dem Urteil im „Lama-Spiel“ der eigenen Dritten gegen den TSC Kamen III nicht abfinden. Der Verein hat Protest eingelegt. Zudem wurde jetzt Strafanzeige gestellt.

Kamen, Unna

, 21.10.2020, 14:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende September war es im Match der SG Massen III gegen den TSC Kamen III zum Spielabbruch gekommen. Unter anderem hatte in dieser Begegnung ein Akteur der Gäste einen Massener angespuckt. Dafür erhielt er eine 14 Spiele andauernde Sperre. Im Anschluss gab es Tumulte am Spielfeldrand. Das Match wurde abgebrochen.

Die Partie soll wiederholt werden, weil laut Sportgericht beide Seiten für den Abbruch verantwortlich sein sollen. Die SG Massen sieht das nicht so und legte nun Protest ein. Ziel ist eine Spielwertung zu Gunsten der Platzherren.

Jetzt lesen

Interessant: Der Massener Fußballer hat mittlerweile sogar Strafanzeige gegen seinen spuckenden Gegenspieler aus Kamen gestellt hat. Dabei kann der Übeltäter am Ende sogar mit einem hohen Schmerzensgeld belegt werden. Die sensible Infektionssituation in der aktuellen Corona-Pandemie dürfte ihr Übriges dazutun.

„Den Spielabbruch hat der TSC Kamen zu verantworten“, sagt Massens Abteilungsleiter Roman Spielfeld, der an diesem Tag selbst als Feldspieler in der Dritten ausgeholfen hatte. „Und dafür gibt es gleich mehrere Zeugen“, so Spielfeld.

„Wir legen wert darauf, dass niemand auf das Spielfeld gerannt ist.“
Roman Spielfeld, Massener Abteilungsleiter

Zum einen habe der TSC-Spieler seinen Widersacher angespuckt, was wiederum den Vater des Masseners auf die Palme brachte. „Das ist ein Skandal hoch drei – und das auch noch in Corona-Zeiten. Ich habe so etwas noch nie gesehen“, habe der Vater gesagt. Auf das Spielfeld ist dieser keineswegs gesprungen. Vielmehr habe er den TSC-Linienrichter auf das Vergehen seines Vereinskollegen hingewiesen.

„Wir legen Wert darauf, dass niemand auf das Spielfeld gerannt ist“, unterstreicht der Massener Fußball-Chef weiter, der schließlich auch die Polizei informiert hatte. „Der Vater unseres Spielers ist hinter der Bande geblieben und hat sich auf einer verbal vernünftigen Ebene echauffiert. Mehr nicht.“ Dagegen sei im Verlauf der Diskussionen noch gegen einen TSC-Zuschauer ein Stadionverbot ausgesprochen worden.

Jetzt lesen

Für die Massener ist somit klar, dass im Berufungsverfahren die Punkte nur an die SG gehen können und damit auch das Ordnungsgeld zurückgenommen wird. Sportgerichts-Chef Zahorodnyi und nicht das Bezirks-Sportgericht nimmt die Arbeit nochmals auf, weil er nach dem Prozess zuvor der SG Massen keine Widerspruchserklärung zukommen lassen hat. „Damit wird nochmals im schriftlichen Verfahren verhandelt. Die Vereine können überdies noch neue Erkenntnisse einfließen lassen“, erklärt er.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Amateurfußball
Verlängerung des Teil-Lockdowns: Für den Start im Amateurfußball wird es eng
Hellweger Anzeiger 50 Jahre Frauenfußball
„Kerle rollen nach dem Foul vier Mal hin und her – Frauen stehen auf“
Hellweger Anzeiger Fußball
Urteil gefallen: Landesligist hat Klarheit nach umstrittener Spielwertung wegen Corona