Corona-Lockdown: Amateurkicker glauben nicht mehr an „normale“ Saison

dzFußball

Nach der coronabedingten Saisonunterbrechung geht es normal weiter? Daran glauben die meisten heimischen Vereins-Funktionäre nicht. Sie halten ein anderes Szenario für wahrscheinlich.

Kreis Unna

, 30.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus hat sich mit voller Kraft zurückgemeldet. Der Amateursport hat schnell und vor allem richtig entschieden, die laufende Spielzeit wegen der großen Infektionsgefahr sofort zumindest bis Ende November zu unterbrechen.

Die große Frage ist: Kann die Saison 20/21 überhaupt fortgesetzt werden und wann ist dies der Fall? Die Sportredaktion holte die Meinung von Funktionären heimischer Fußballklubs ein.

„Alex“ Berger, 2. Vorsitzender SuS Kaiserau: „Darüber habe ich gerade lange mit unserer sportlichen Leitung gesprochen. Zunächst einmal finde ich die aktuelle Situation vor allem extrem schade für alle Kinder, die Sport treiben wollen. Wir hatten viele gute Konzepte, die nun natürlich nicht zum Tragen kommen. Im Dezember wird es sicher keinen Spielbetrieb geben. Unsere erste Mannschaft muss noch elf Spiele der Hinrunde austragen, normalerweise kommen dann 17 aus der Rückrunde dazu. Mir fehlt jegliche Fantasie, wie das gehen soll. Das Maximale, was ich mir vorstellen kann, ist, dass die Saison mit Abschluss der Hinrunde gewertet wird, aber selbst das stelle ich stark in Zweifel.“

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Ralf Mäkler, Obmann SSV Mühlhausen: „Auf diese Frage eine Antwort zu geben, ist, wie in eine Glaskugel zu schauen. Im Höchstfall könnten in diesem Jahr noch zwei Spieltage durchgeführt werden, daran glaube ich aber eher nicht. Ich kann mit aber vorstellen, dass wir im neuen Jahr nur eine Hinrunde spielen. In der Bezirksliga wären das elf Partien, die können etwa im April und Mai leicht durchgezogen werden.“

Ralf Mäkler glaubt auch daran, dass nur eine Hinrunde gespielt wird.

Ralf Mäkler glaubt auch daran, dass nur eine Hinrunde gespielt wird. © ssv

Sven „Kotti“ Runge, Pressesprecher Königsborner SV: „Zunächst einmal bin ich froh, dass der Spieltag an diesem Wochenende abgesetzt wurde. Ohne trainiert zu haben, hätte dies keinen Sinn gemacht. Ich vermute, dass dieses Jahr nicht mehr gespielt wird. Wenn wir ab Februar oder März die Hinrunde beenden können, wäre das doch besser, als die Saison gar nicht mehr zu spielen.“

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Roman Spielfeld, Fußball-Abteilungsleiter SG Massen: „Das ist schwierig zu beantworten. In diesem Jahr wird es wohl nichts mehr. Der Verband hat ja die rechtliche Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Saison dann gewertet wird, wenn 50 Prozent der Spiele absolviert sind. Ich bin positiv gestimmt, dass wir zumindest das hinbekommen. Wenn es die Coronalage zulässt, wird die Meisterschaft sicher so früh wie möglich fortgesetzt, denn dann hätte der Verband noch die Möglichkeit, bei einer erneut hohen Infektionszahl zu reagieren.“

Bernd Schimanski, Geschäftsführer Kamener SC: „Dieses Jahr passiert definitiv nichts mehr, mit viel Glück können wir vielleicht wieder trainieren. Ich hoffe, dass wir im Januar wieder loslegen können, möglich, dass wir dann nur die Hinrunde beenden. Das generelle Trainingsverbot finde ich unglücklich. Die Resonanz war nach der langen Pause sehr gut. Vor allem die Kinder wollen wieder Fußball spielen. Es ist doch besser, wenn sie das bei uns unter den vorgegebenen Hygienevorschriften machen, als wenn sie sich dazu irgendwo heimlich treffen.“

Bernd Schimanski glaubt nicht, dass dieses Jahr noch gespielt wird.

Bernd Schimanski glaubt nicht, dass dieses Jahr noch gespielt wird. © Neumann

Ulrich Eckei, Vorsitzender BSV Heeren: „Grundsätzlich haben wir eine schwierige Situation. In diesem Jahr wird es sicher keinen Amateurfußball mehr geben. Sollte die Coronakrise es zulassen, ist die Fortsetzung der normalen Saison nur dann denkbar, wenn die Spielzeit verlängert wird. In der Kreisliga sind fünf Partien absolviert, 25 stehen aus. Bis Ende Juni könnte das nur klappen, wenn in der Woche Spieltage angesetzt werden. Das ist aber im Amateurfußball nicht umzusetzen.“

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Dirk Berkemeyer, Vorsitzender TuS Hemmerde: „Selbst wenn wir Ende November wieder loslegen könnten, macht es doch keinen Sinn, in diesem Jahr noch einmal den Meisterschafts-Spielbetrieb zu starten. Wir werden auf jeden Fall keine reguläre Saison durchführen können. Ein realistisches Szenario wäre es wohl, wenn nur die Hinrunde absolviert wird.“

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