Die Blühstreifen-Patenschaft von Patrick Balster soll wieder ein Erfolg werden - dafür müssen sich weitere Begeisterte finden. © Martina Niehaus
Statt Mais

Umwelt-Projekt: Landwirt Balster sucht weitere Paten für Blumenwiese in Selm

Nur noch wenig Zeit haben alle Umweltbegeisterten, die eine Patenschaft für eine Fläche auf einer Blumenwiese beim Selmer Landwirt Patrick Balster übernehmen wollen. Er nennt die Alternative.

Eine gute Umgebung für Insekten und Kleintiere schaffen, ein deutliches Zeichen setzen: Die Vorteile einer Blumenwiese sind unbestritten. Doch auch für einen entsprechend großen Bereich darf der betriebswirtschaftliche Aspekt nicht berücksichtigt werden. 2019 hat der Selmer Landwirt Patrick Balster Paten für seine Blumenwiese gesucht. Am Ende fanden sich 160 Begeisterte.

Mit der Coronkrise im vergangenen Jahr drohten viele Patenschaften wegzubrechen. Am Ende waren es mit 185 sogar mehr.

Doch in diesem Jahr stellt der Selmer Landwirt eine gewisse Zurückhaltung fest – gerade auch bei Kindergärten und Schulklassen, die sich in den Jahren zuvor stark eingebracht hatten. Nur gut, dass es einzelne Privatpersonen gibt, die gleich mehre Anteile übernommen haben. Doch insgesamt sind es „erst“ 165 Paten, die in diesem Jahr das Projekt unterstützen wollen.

Interessierte Bürger müssen sich kurzfristig entscheiden

Patrick Balster startet deshalb einen letzten Aufruf. Wenn sich in den nächsten 10 bis 14 Tagen nicht weitere Paten finden, muss er aus betriebswirtschaftlichen Gründen die „Restfläche“ dem Maisanbau zuschlagen. Doch seine Hoffnung ist eine andere, bis zu 2 Hektar würde er für die Blumenwiese zur Verfügung stellen.

Die Rahmenbedingungen bei den Patenschaften sind dabei unverändert. Für 50 Euro pro Jahr kann jeder der möchte 100 Quadratmeter Blumenwiese finanzieren.

Der Selmer Landwirt geht dabei in diesem Jahr einen etwas anderen Weg. Er hat im vergangenen Herbst die Pflanzen bewusst stehen gelassen. „Die Tiere wissen es zu schätzen“, sagt Balster und verweist auf Fasane, Feldhasen und sogar Rehe, die sich hier wohlfühlen. Selbst einen Kiebitz hat er in dieser Woche hier gesehen. Das sei schon seit Jahren nicht mehr der Fall gewesen.

Auch Firmen können die Aktion unterstützen

Mit seiner Aktion will Balster den Menschen die Möglichkeit geben, etwas für die Natur zu machen, die ohne einen eigenen Garten wenig bis keine Möglichkeiten dazu haben. Interessierte für eine Patenschaft können Kontakt zum Landwirt aufnehmen unter Tel. (02592) 9199300. Der Selmer verspricht dabei, dass er die Fläche genau beobachten wird. Wenn die Blumen aus dem vergangenen Jahr nicht wie erhofft wiederkommen, will er die Fläche neu einsäen. „Natur ist Natur.“

Doch für diese Entscheidung hat Patrick Balster noch Zeit. Viel kurzfristiger muss er die Frage beantworten, wie groß sie in diesem Jahr sein wird. Er hofft dabei auch auf die Unterstützung von Firmen. Ihnen bietet der Selmer Landwirt an, auf Wunsch ein Schild mit dem entsprechenden Logo aufzustellen. Die Alternative ist jedenfalls klar formuliert – mehr Blumen oder mehr Mais.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer
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