Immer mehr Menschen in Deutschland melden sich in den Hausarztpraxen, um sich für eine Impfung gegen das Coronavirus anzumelden. © picture alliance/dpa

Kreis Unna: Circa acht bis zehn Prozent kommen nicht zum Impftermin

Technisches Problem oder menschliche Nachlässigkeit: Die Stornierung von Impfterminen wirft neue Fragen auf. Dabei kann in einem zentralen Punkt der Kreis Unna keine konkrete Antwort geben.

Die Nachfrage nach einer Corona-Schutzimpfung ist ungebrochen hoch. Doch viele Menschen, die sich gerne impfen lassen würden, müssen sich gedulden. Sie sind noch nicht an der Reihe oder können keine besonderen Gründe vorlegen, damit sie schneller als in der Impfreihenfolge festgelegt doch geimpft werden. Wartende Menschen schauendeshalb genau darauf, wenn Impftermine nicht wahrgenommen werden.

Wie hoch ist der Prozentsatz der nicht wahrgenommenen Termine im Impfzentrum? Das haben wir den Kreis Unna gefragt. „Die sogenannte No-Show-Quote variiert und lag in der letzten Woche bei circa 8 bis 10 Prozent“, teilt der Kreis Unna am Mittwoch (5.) schriftlich mit. Angesichts dieser Größenordnung stellt sich die Frage, welchen Anteil dabei die Termine ausmachen, die von den Bürgern überhaupt nicht abgesagt werden konnten.

„Eine Aussage hierzu ist leider nicht möglich. Der Großteil der Termine, die derzeit im Impfzentrum stattfinden, wurde aber über die neue Terminvergabesoftware gebucht“, antwortet der Kreis.

Damit rückt eine technische Neuausrichtung von Anfang April erneut ins Blickfeld. Nach Auskunft des Kreises können Termine, die nach der Systemumstellung am 3. April gebucht wurden, können Bürgerinnen und Bürger eine Stornierung über das Terminbuchungssystem der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) vornehmen. „Wenn der Termin vorher vereinbart wurde, ist eine Stornierung derzeit leider nicht möglich.“ Der Kreis begründet diese Situation damit, dass „eine Löschung aus der Terminvergabesoftware derzeit weder durch die KVWL noch durch den Kreis Unna technisch möglich ist“.

Land NRW hat Personenkreis für Restimpfdosen erweitert

Es scheint nicht das einzige Problem bei der Listenführung zu sein. Eine Bürgerin berichtet, dass sie sich beim Kreis Unna online angemeldet hat für die Restimpfdosen. „Ich habe am Freitag aber eine Restdosis beim Hausarzt erhalten und wollte mich beim Kreis abmelden. Das geht leider auch nicht und eine Rückmeldung vom Kreis habe ich zu meiner Anfrage leider nicht erhalten“, so die Bürgerin aus dem Kreis Unna. Sie kommt deshalb zu dem Schluss: „Wenn der Kreis also nun versucht, die freien Impfdosen der Ü80 über die Restimpfdosen-Warteliste zu vergeben, sind da zwangsweise auch nicht mehr alle Kandidaten zu impfen.“

Allerdings hat das Land NRW den Kreis der Personen erweitert, die sich in eine digitale Warteliste für Restimpfdosen erweitert: Ab sofort können sich auch Angehörige der Feuerwehr, Polizei sowie Lehrerinnen und Lehrer weiterführender Schulen und Berufskollegs dort eintragen. Vorher konnten sich Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, und Kontaktpersonen von Schwangeren eintragen.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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