Eine Drohne mit Wärmebildkamera startet vor Sonnenaufgang neben einer Wiese. Mit dem Fluggerät suchen Tierretter im Gras liegende kleine Rehkitze. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Tierschutz

Rehkitze sollen in Schwerte vermehrt durch Drohnen geschützt werden

Immer wieder werden Rehkitze Opfer von Mähmaschinen. Um die Tiere in Zukunft zu schützen, hoffen Kreis-Jägerschaft und Hegering Schwerte auf die Unterstützung vom Land. Es geht um Drohnen.

Rehkitze sind hervorragend an ihre Umweltbedingungen angepasst. Ihre Reh-Mütter, die Ricken, können die Kitze stundenlang im hohen Gras zurücklassen, während sie selbst auf Nahrungssuche gehen.

Die Kitze sind durch ihr Fell gut getarnt, haben keinen Eigengeruch, der Fressfeinde anlockt, und sie haben den sogenannten Drückinstinkt, sie bewegen sich nicht. In Zeiten, in denen sich Rehe ihren Lebensraum mit Menschen teilen, ist das aber ein Problem. Denn die Kitze bewegen sich auch nicht, wenn eine Mähmaschine kommt. Viele kleine Rehe sterben so jedes Jahr.

Land spendiert Flug-Drohnen

In diesem Jahr will die NRW-Landesregierung etwas für den Schutz der Rehkitze tun. Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium bietet jeder Kreisjägerschaft eine Flugdrohne mit Echtbildübertragung und Wärmebildkamera an. Insgesamt sollen dafür 200.000 Euro ausgegeben werden.

Bei der Kreisjägerschaft Unna freut man sich über dieses Angebot. Der Vorsitzende Reinhard Middendorf arbeite bereits an den Antragspapieren, sagt er. An die Drohnen zu kommen, sei nicht ganz einfach.

Rehkitze bleiben meist regungslos im Gras, solange ihre Mutter nicht da ist. Durch Mähmaschinen sterben jährlich Zehntausende. © picture alliance/dpa/ZUMA Wire © picture alliance/dpa/ZUMA Wire

„Wir müssen nachweisen, dass es in unseren Reihen jemanden gibt, der mit der Drohne umgehen kann“, so Middendorf. Das erfordert einen Drohnenführerschein. Glücklicherweise gebe es bereits Freiwillige, auch im Hegering Schwerte, die diesen Führerschein erwerben wollen.

Die vom Land gestiftete Drohne wird allerdings nicht die erste der Unnaer Kreisjägerschaft sein. Die Jäger nutzen bereits die Dienste eines Drohnen-Service, um Rehkitze zu schützen.

Mähmaschinen mit Sensoren ausgestattet

Die Kreisjägerschaft Unna arbeite seit Jahren mit Landwirten zusammen. Es gebe bereits eine ganze Reihe von Mähmaschinen, ausgestattet mit Infrarot-Sensoren, die den Landwirt warnen sollen, falls ein Tier vor der Maschine im Gras liegt.

Doch die Drohne komme trotzdem gelegen, wie Reinhard Middendorf versichert. „Die Wiesen werden in der Regel Ende Mai gemäht“, so Middendorf. „Das Zeitfenster für die Bauern ist dann recht eng. Das heißt, fast alle mähen gleichzeitig.“ Da kann eine weitere Drohne sehr hilfreich sein.

Weil es im Mai oft schon sehr warm wird, kann eine Wärmebildkamera ein Kitz meist nur abends oder morgens erkennen. Deshalb ist auch der Einsatz der Drohnen eingeschränkt. Trotzdem sei man zuversichtlich, in Zukunft noch mehr Rehkitze retten zu können.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann
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