Salif Sané tastet sich langsam an den Trainingsbetrieb heran. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schalke 04 und sein vergessener Abwehrchef Salif Sané

Salif Sané gehört zu den wenigen Langzeitverletzten beim FC Schalke 04. Ob der Abwehrspieler noch einmal für Schalke 04 spielen kann, muss man abwarten.

Auf das Mitwirken in dieser Partie hätte er sich bestimmt sehr gefreut: Doch Salif Sané wird am Freitagabend (18.30 Uhr) nicht dabei sein, wenn Hannover 96 den FC Schalke 04 empfängt.

Ob der Senegalese überhaupt noch einmal für die Königsblauen die Fußballstiefel schnüren wird, darf man wohl mit einem Fragezeichen versehen, zumal das Raunen über eine womögliche Spielinvalidität des Spielers nicht verstummen will.

Knieprobleme plagen Sané schon seit längerer Zeit. Seit dem Sommer 2018 bis zum Sommer 2021 fehlte der Defensivspezialist bereits in 36 Partien. Immer war die Begründung „Knieverletzung“.

Keine Vorbereitung

So auch wieder im Juli 2021. Nachdem Sané frühzeitig aus dem Schalker Sommer-Trainingslager in Mittersill abreisen musste, weil er verletzt war, konsultierte er neben Vereinsarzt Dr. Patrick Ingelfinger zwei weitere Spezialisten. Die Mediziner verordneten ihm sodann ein Spezialprogramm, „um die muskulären und konditionellen Defizite des Abwehrspielers, aufgetreten aufgrund einiger längerfristiger Verletzungspausen in der jüngeren Vergangenheit, beheben und damit für mehr physische Stabilität zu sorgen“, so teilte es der Verein im Juli mit.

Wie erfolgreich die Behandlung anschlagen hat, lässt sich noch nicht seriös beurteilen. Immerhin war Sané vor einer Woche in der Lage, Teile des Mannschaftstrainings mitzumachen. Sein letztes Profispiel hatte der 31-Jährige am 22. Mai bei Schalkes 0:1-Niederlage in Köln absolviert. Als Faustregel gilt: Man braucht so lange bis man sein früheres Leistungsniveau erreicht, wie die Ausfallzeit gedauert hat.

Sanés Vertrag besitzt noch bis Juni 2022 Gültigkeit. Der senegalesische Nationalspieler zählt bei den Königsblauen zu den Großverdienern. Aktuell wird sein Gehalt (geschätzt rund drei Millionen Euro pro Jahr) anteilig von der Berufsgenossenschaft übernommen, da Sané bereits mehr als sechs Wochen ausfällt.

Im Tal der Tränen

Sollte der Defensivspezialist wieder fit wird, scheinen seine Einsatzchancen jedoch gering zu sein. Denn die Dreierkette, die Trainer Dimitrios Grammozis seit Wochen favorisiert, hat sich bewährt. Malick Thiaw (rechts), Ko Itakura (zentral) und Marcin Kaminski (links) haben in den letzten vier Pflichtspielen nur zwei Gegentore zugelassen. Aktuell gibt es keinen Grund, an dieser Formation etwas zu verändern.

Sané bekommt zu spüren, wie schnell man im Profifußball ins Abseits geraten kann. Auf Schalke ist er längst zum vergessenen Abwehrchef mutiert. Auch in Hannover hat der 31-Jährige so manches Tal der Tränen in seiner Karriere schon durchschritten, teilweise wohl auch eigenverschuldet. Einmal wurde er sogar aus disziplinarischen Gründen für fünf Monate aus dem Profi-Kader verbannt und musste mit dem Regionalligateam trainieren.

Doch jetzt will Sané noch einmal beweisen, dass er längst nicht zum „alten Eisen“ gehört. Wenn sein Körper mitspielt, ist ihm ein Comeback durchaus zuzutrauen.

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