Der 46-jährige Angeklagte neben seinem Verteidiger Peter Strüwe. © Jörn Hartwich
Landgericht Essen

Grausamer Hammer-Mord: Täter zertrümmert Rentner den Schädel – „I´m a killer“

Mit einem Hammer hat ein 46-Jähriger einem Rentner in Hattingen brutal den Schädel zertrümmert. Die Details der Tat sind so grausam, dass selbst der Täter sie im Gericht nicht ertragen konnte.

Ein 71-jährger Rentner aus Hattingen wird mit einem Vorschlaghammer erschlagen. Jetzt ist der Täter verurteilt worden. Die gruseligen Details wollte selbst er nicht noch einmal hören.

Die Tatwaffe war ein Vorschlaghammer, die Folgen waren verheerend: Im vergangenen April ist einem Rentner aus Hattingen der gesamte Schädel zertrümmert worden. Der Täter war ein Einbrecher. Am Donnerstag ist er verurteilt worden. Die Strafe: lebenslange Haft wegen Mordes.

Als der Prozess am Essener Schwurgericht Anfang Oktober 2020 begonnen hatte, schien der Angeklagte noch ein armer „Tellerwäscher“ zu sein. Einer, der für Kost und Logis in einem Asia-Restaurant arbeitete – ohne Lohn und Perspektive.

Inzwischen ist jedoch bekannt, dass er auch in seiner ungarischen Heimat schon 14 Jahre im Gefängnis gesessen hat. Zuletzt von 2003 bis 2017. Hintergrund war offenbar ein Mord im „Mafia-Milieu“, in den er irgendwie verstrickt gewesen sein soll. Er selbst hatte sich dazu im Prozess nicht geäußert.

Täter weigerte sich, dem Dolmetscher bei den Details weiter zuzuhören

Auch zu der Tat in Hattingen wollte er eigentlich schweigen. Bis es zu einem Moment kam, der ihn offenbar selbst mit Entsetzen erfüllt hat. Als es vor Gericht um die Verletzungen des Opfers ging, weigerte sich der 46-Jährige, dem Dolmetscher weiter zuzuhören. „Ich weiß, was ich getan habe“, sagte er den Richtern. Auch am Tag der Urteilsverkündung wollte er die Details der unfassbaren Bluttat nicht noch einmal hören.

Rechtsmediziner Andreas Freislederer hatte den Richtern im Verlaufe des Prozesses Fotos gezeigt, die kaum zu ertragen waren. „Ich weiß, dass das nur schwer vorzustellen ist…“, hatte Freislederer damals begonnen. „Aber hier wäre das Nasenbein gewesen, hier das Kinn, das wäre die Augenhöhle, dort wäre eigentlich das linke Ohr.“

Opfer in den Werkstattraum geschleppt

Laut Urteil hat der Täter zunächst mit einem kleineren Gegenstand – zum Beispiel mit einem Hammer – zugeschlagen. Vorne und hinten gegen den Kopf. Anschließend habe er den bereits bewusstlosen 71-Jährigen in einen Werkstattraum geschleppt und ihm immer wieder mit einem Vorschlaghammer ins Gesicht geschlagen. Dort war er später von einem Bekannten gefunden worden.

Täter sagte zu den Polizisten: „I’m a killer“

Der Angeklagte war einen Tag nach der Tat selbst bei der Polizei aufgetaucht. „I’m a killer“, soll er damals auf Englisch gesagt haben. Ich bin ein Killer. Doch diese und andere Aussagen konnten aufgrund fehlender Belehrung vor Gericht nicht verwertet werden.

Der 46-jährige hatte später allerdings auch einen Brief geschrieben, den die Richter als Geständnis werteten.

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