Der Lüner sorgte im vergangenen Jahr für Aufregung im Seepark Horstmar - unter anderem weil er ein Messer dabei hatte. © Blandowski (A)
Gerichtsprozess

Messer und Fleischerbeil: Lüner sorgte für Aufregung im Seepark

Ein Messer in der Hand, ein Fleischerbeil im Rucksack. Am Seepark in Lünen sorgte ein 30-jähriger Lüner für Aufregung - und leistete dann auch noch Widerstand. Das hat nun Konsequenzen.

„Ich glaube, da hatte ich einfach nur einen schlechten Tag.“ – Bei einem Einsatz in Lünen leistete ein 30-Jähriger nicht nur erbittern Widerstand, sondern beschimpfte die Beamten auch wüst und versuchte, sie anzuspucken. Sein Verhalten hat nun Konsequenzen.

Mit rund 1,6 Promille und Cannabis im Blut sorgte der Mann am 5. September 2020 im Bereich der Kanalbrücke im Seepark für Aufsehen. Er bedrohte Passanten, hatte ein Messer in der Hand und ein Fleischerbeil im Rucksack. Die Polizei wurde gerufen, Beamte rückten aus und der folgende Einsatz dürfte alles andere als alltäglich gewesen sein.

Begrüßung mit erhobenem Mittelfinger

Der 30-Jährige begrüßte sie quasi mit dem erhobenen Mittelfinger. Das Messer warf er zwar weg, ansonsten wehrte er sich aber aus Leibeskräften gegen die Fesselung, beleidigte seine „Gegner“ unter anderem als Hurensöhne und spuckte in ihre Richtung. Er gab keine Ruhe, schimpfte und sperrte sich immer weiter. Selbst im Streifenwagen und auf der Wache machte er Tumult. Die nächsten Stunden verbrachte er in der Ausnüchterungszelle. Nach diesem Vorfall verblassten die drei Schwarzfahrten, die er sich im Herbst außerdem leistete, förmlich. Strafbar waren sie natürlich ebenfalls.

Die Zugfahrten ohne Ticket räumte der 30-Jährige, der in der Zwischenzeit extra von Lünen wegzog, mit zwei Worten ein: „Das stimmt.“ Zu dem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und die Beleidigung äußerte sich der einschlägig vorbestrafte Mann ausführlicher. „Ich war unzufrieden mit meinem Leben, hatte viel getrunken. Ich glaube, da hatte ich einfach nur einen schlechten Tag. Das war so nicht gewollt.“

Keine Erinnerung an Bedrohung der Passanten

An die Bedrohung der Passanten könne er sich nicht erinnern, an den Rest schon. An sich habe er nur in den Wald gehen wollen, um Dampf abzulassen. Und ganz gewiss habe er niemanden verletzen wollen. Überhaupt sei er ja nicht gegen die Polizei. Mittlerweile sei er clean und der Neuanfang in einer anderen Stadt sorge dafür, dass sein Leben zufriedenstellend verlaufe.

Bei dem Polizeibeamten, der anschließend gehört wurde, entschuldigte er sich, sprach von einem Kontrollverlust und davon, sich komplett danebenbenommen zu haben. Der Beamte reagierte freundlich, warnte ihn aber auch eindringlich davor, noch einmal mit einem Messer rumzulaufen: „Das ist brandgefährlich.“

Die Beharrlichkeit, mit der sich der 30-Jährige an dem Septembertag widersetzte und beleidigte, machte selbst die erfahrene Strafrichterin einigermaßen sprachlos. „Die Polizei kann nichts für Ihre Lebenssituation.“ Das Verhalten des Angeklagten sei schlimm gewesen und müsse ausreichend geahndet werden. Tatsächlich fiel das Urteil deutlich aus: sieben Monate mit Bewährung und 300 Euro Geldbuße.

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