Auch wenn der Ball aktuell nicht rollt: Die Pause wird auf die Sechs-Monats-Frist nicht angerechnet. © Bernd Paulitschke
Fußball

FLVW schiebt Vereinswechsel zum Nulltarif einen Riegel vor

Amateurfußball: Die Sechs-Monats-Frist in der Coronapause einfach aussitzen - das macht der FLVW nicht mit.

Winterzeit ist Wechselzeit – zumindest in den vergangenen Jahren war dies oft der Fall. Doch nun ist coronabedingt alles anders und auch deutlich ruhiger. Transfers bei den Amateurfußballern sind eher die Ausnahme.

Seit dem 29. Oktober ruht der Ball offiziell, an diesem Tag hatte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) den Spielbetrieb vorerst eingestellt und das bleibt auch noch für unbestimmte Zeit so. Eine Regel müssten die Vereine normalerweise nun wegen der inzwischen langen Pause fürchten: Die Sechs-Monats-Frist. Die besagt, dass Amateure nach einer Wartefrist von sechs Monaten auch ohne Zustimmung oder Entschädigung des Ex-Vereins wechseln dürfen.

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen schiebt dieser Möglichkeit indes einen Riegel vor. FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders, zuständig für den Spielbetrieb im FLVW, bedient sich dabei an dem Modell, das bereits im Sommer-Transferfenster Anwendung fand. „Es gilt wieder die Regelung, dass die Zeit der Einstellung des Spielbetriebs bis zur Wiederaufnahme auf die gängige Sechs-Monate-Frist nicht angerechnet wird“, so Schnieders.

Was bedeutet dies nun konkret? Die Zeit zwischen Einstellung und Wiederaufnahme wird ganz einfach rausgerechnet bei der Ermittlung der Sechs-Monats-Frist. Im Klartext bedeutet das: Zuletzt wurde am 25. Oktober gespielt, die vier Tage bis zur FLVW-Mitteilung werden auf die Frist angerechnet, alles was danach kommt, nicht.

Anders gestaltet sich die Lage natürlich, wenn sich zwei Vereine und der wechselwillige Spieler einig werden. Dann ist der sofortige Transfer möglich. Bis zum 31. Dezember ist das Fenster für Abmeldungen offen. Dann müssen die Klubs die Ablöse selbst verhandeln. Es kann also durchaus sein, dass nach dem Re-Start im Amateurfußball ein Spieler auf seinen ehemaligen Verein trifft – und das noch im Laufe der Hinrunde.

In allen Amateur-Ligen wurden schließlich gerade mal um die 50 Prozent der Hinserie gespielt. Wechselt ein Spieler innerhalb der eigenen Liga, könnte er also gleich nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf seine ehemaligen Mitspieler treffen. Doch das ist Theorie, Fakt dagegen: An der Wechselbörse gibt es aktuell nicht viel zu holen.

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Redaktion Lokalsport
Geburtsjahr 1956, früherer Handballer, erst Freier Mitarbeiter und nun seit „Urzeiten“ Sportredakteur im Verlagshaus Rubens. Sechsfacher Opa, zeitlich gut ausgelastet. Familienmensch, der gern mit Freunden unterwegs ist.
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Michael Friehs
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