Für Tobias Maier (hier beim Torjubel gegen den TSC Hamm) und den VfL Kamen läuft es sportlich hervorragend. © Daniel Knapp
Fußball

Facebook-Krach in Kamen – VfL-Trainer: „Er ist hoffentlich nicht so blöd, uns öffentlich zu drohen“

Fehden gibt es auch beim Amateurfußball: Der VfL Kamen trägt zurzeit einen Konflikt abseits des grünen Rasens aus. Auf Facebook geht es beim A-Ligisten provokant her. Das Ganze hat ein Vorspiel.

Zurzeit läuft es bei Fußball-A-Ligist VfL Kamen hervorragend. Von 12 Spielen konnte der VfL jedes einzelne gewinnen – mit einem unglaublichen Torverhältnis von 56 geschossenen und nur sechs kassierten Treffern. Sportlich lassen die Kamener der Konkurrenz im Moment also kaum eine Schnitte – und teilen auch noch bei Facebook ordentlich aus.

Der Auslöser war eine Kreisliga-Partie im September: Am zweiten Spieltag lieferten sich der VfL Kamen und der TSC Hamm einen hektischen Kampf mit 13 (!) Gelben, einer Gelb-Roten und einer Roten Karte. Das Spiel endete mit 3:1 aus Sicht des VfL. Die Auseinandersetzung mit dem TSC war danach aber noch nicht vorbei. Jetzt legen beide Trainer nach.

Los ging es mit einem Facebook-Post des VfL, der sich auf eine Aussage von Gästetrainer Erdal Akyüz bezog. Der hatte im Westfälischen Anzeiger gesagt: „Wenn wir jetzt am Sonntag gegen die antreten würden, würden die nicht heile aus der Partie rauskommen.“

Daraufhin repostete der TSC diesen Beitrag und kommentierte ihn unteranderem mit: „VfL Kamen ‚die erste‘ stellt Heul-Rekord der Fußballgeschichte ein.“ Der Beitrag endete mit einer weiteren Stichelei, weil der TSC noch ganz nebenbei auf den Sieg über den damals ersten Verfolger von Spitzenreiter VfL Kamen aufmerksam machten. „Aber ein Danke hätte auch gereicht“, schrieb der TSC zu seinem 3:1-Erfolg über den VfL Mark.

„Dass er da sagt, dass wir nicht heile aus der Partie rauskommen würden, hatte für uns natürlich einen faden Beigeschmack. Er ist zwar hoffentlich nicht so blöd, uns öffentlich zu drohen. Aber das war der Auslöser für unseren Post“, erklärt der Trainer des VfL Kamen, Emre Aktas.

Von einer wirklichen Drohung konnte wahrscheinlich wirklich nicht die Rede sein. Tatsächlich wurde die Aussage des TSC-Trainers nämlich dadurch entschärft, dass die Kamener vier Worte ausließen, als sie ihn aus dem WA zitierten. Vier ganz entscheidende Worte.

Der Facebook-Post, der die Gemüter zwischen dem TSC Hamm und dem VfL Kamen zum Erhitzen brachte.
Der Facebook-Post, der die Gemüter zwischen dem TSC Hamm und dem VfL Kamen zum Erhitzen brachte. © Janis Czymoch © Janis Czymoch

Beide Trainer vom Sieg ihrer Mannschaft in der Rückrunde überzeugt

„Wenn wir jetzt am Sonntag gegen die antreten würden, würden die nicht heile aus der Partie rauskommen, wir würden die schlagen“, hatte Erdal Akyüz nämlich eigentlich gesagt. Also keine Gewaltandrohung, sondern lediglich eine Kampfansage. Die erneuerte der TSC-Trainer nun.

„Wenn wir in Kamen spielen, wollen wir die Ersten sein, die denen die Punkte abnehmen. Wir haben die jüngste Mannschaft der Liga und wenn wir nicht schon am zweiten Spieltag gegen die gespielt hätten, wäre definitiv mehr drin gewesen“, sagt Akyüz selbstbewusst.

Emre Aktas: „Wir werden die zu 100 Prozent im Rückspiel schlagen.“
Emre Aktas: „Wir werden die zu 100 Prozent im Rückspiel schlagen.“ © Schürmann © Schürmann

Darauf antwortet sein Gegenüber bestimmt: „Ich sehe das gar nicht so. Schon das Hinspiel wäre mit einem anderen Schiedsrichter nicht nur beim 3:1 für uns geblieben. Der hat sich durch deren Palaver sehr beeinflussen lassen und uns zum Beispiel zwei Elfmeter verwehrt“, so Emre Aktas.

Der Trainer des VfL Kamen ist sich sicher: „Wir werden die zu 100 Prozent im Rückspiel schlagen.“ Klarheit darüber wird nach dem 17. Spieltag herrschen: Am 20. Februar 2022 treffen die beiden Mannschaften aufeinander. Bis dahin ist also noch viel Zeit, für den ein oder anderen Schlagabtausch über Social Media.

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