Tim Harbott freut sich auf die freie Zeit in der Zukunft - und dennoch fällt ihm der Abschied vom HSC schwer. © Schürmann
Fußball

Tim Harbotts emotionaler Abschied vom HSC: „Bei mir saßen Spieler mit Liebeskummer auf der Couch“

Eine Ära endet: Tim Harbott wird sich sukzessive aus der Sportlichen Leitung beim Holzwickeder SC zurückziehen. Obwohl das intern schon längst feststand, fällt ihm der Abschied jetzt schwer.

Beim Holzwickeder SC endet demnächst eine Ära. Sechs Jahre lang war Tim Harbott beim Fußball-Oberligisten als Sportlicher Leiter verantwortlich. Seit Dienstagabend steht aber auch offiziell fest: Aus beruflichen Gründen wird sich Harbott sukzessive aus dem Verein zurückziehen. Für ihn übernimmt ab dem 1. Dezember Benjamin Hartlieb, der den neuen Posten des Sportdirektors bekleiden wird.

Zwei Highlights bleiben in besonderer Erinnerung

Harbott kann auf eine durchaus erfolgreiche Zeit beim HSC zurückblicken. In ganz besonderer Erinnerung bleibt ihm der Triumph der ersten Mannschaft beim Hecker-Cup 2016. „Da hatte uns wirklich niemand auf dem Zettel und dann standen wir im Finale und gewinnen das Ding auch noch“, sagt Harbott. Die „größte Geschichte“ war für ihn aber natürlich der Aufstieg der ersten Mannschaft in die Oberliga.


Als Tim Harbott vor sechs Jahren den Posten des Sportlichen Leiters beim HSC übernehmen sollte, wusste er zunächst gar nichts davon. „Ich saß bei meinen Eltern und habe Bundesliga geguckt und dann den Anruf von Karl Lösbrock erhalten“, sagt Harbott. Der wollte Harbott zum HSC holen. „Er fragte mich, ob ich Interesse hätte und ich dachte, Karl will mich als Betreuer haben“, so Harbott, der sich kurz zuvor mit einer schweren Knieverletzung vom aktiven Fußball verabschiedete. „Zu der Zeit habe ich eigentlich überhaupt nicht mehr an Fußball gedacht.“

Und dennoch folgte Harbott dem Ruf des HSC – begünstigt auch dadurch, dass sein bester Freund als Physio bei den Blau-Grünen anfing. Dann begann für Harbott die Arbeit im Verein. Die ersten Gespräche mit Spielern habe er noch zusammen mit Karl Lösbrock geführt, dann auch mal alleine: „Das war schon eine coole Nummer und es war spannend für mich, auch mal die andere Seite in diesen Gesprächen kennenzulernen.“

Tim Harbott hat alle Anfragen anderer Vereine abgelehnt

Nach sechs Jahren und unzähligen Gespräche mit Spielern endet demnächst die Zeit für Harbott beim HSC. „Ich bin froh und dankbar für die Zeit und für die Chance, die ich hier bekommen habe“, sagt Harbott. Die Zeit hätte für ihn auch schon früher enden können. Denn: „Ich hatte schon während meiner Zeit beim HSC viele Anfragen von anderen Vereinen. Doch die habe ich alle abgelehnt.“ Das werde er auch bei eventuell kommenden Anfragen tun: „Ich freue mich jetzt einfach auf die freie Zeit, die ich bekomme.“

Und dennoch: Leicht gefallen ist ihm diese endgültige Entscheidung nicht. „Es fällt einem natürlich schwer, wenn man sechs Jahre die Jungs begleitet hat. Ich hatte zu allen ein tolles Verhältnis.“ Und für jeden ein offenes Ohr. „Es saßen sogar schon Spieler mit Liebeskummer bei mir auf der Couch, mit anderen hat man sich mal in die Haare gekriegt. Aber auch das schweißt zusammen“, sagt der scheidende Sportliche Leiter.

Sportlicher Leiter bleibt zunächst Vorstandsmitglied

So war Harbott trotzdem überrascht, was seine Entscheidung bewirken würde. „Als ich bei der Mannschaft in der Kabine war, hätte ich nicht gedacht, dass es so emotional werden würde, weil ja lange klar war, dass ich aufhören werde. Ich habe mich über die Nachrichten jedes einzelnen Spielers gefreut.“

Ganz weg ist Tim Harbott aber noch nicht. Mit seinem Nachfolger Benjamin Hartlieb werde er in den nächsten Wochen noch zusammenarbeiten. Und auch den Posten im Vorstand werde er mindestens bis zur nächsten Jahreshauptversammlung innehaben – zumindest so lange bis Benjamin Hartlieb offiziell von den Mitgliedern als Sportdirektor gewählt ist.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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