Leitungswasser als Getränk – und nichts anderes. Bürger aus Kamen machten den Test und kamen zu einem eindeutigen Ergebnis. © picture alliance / dpa
Gesundheit

Wasser mit Wellness-Faktor: Der verwässerte Selbsttest mit Kraneberger

Nur noch Leitungswasser trinken und nichts anderes. Die Ergebnisse des Selbstversuchs, an dem sich 14 Kamener beteiligten, liegen vor. Und es wurden auch ungewöhnliche Rezepte ausprobiert.

Wer Leitungswasser trinkt, hat nicht nur ein Lebensmittel von höchster Güte. Das sogenannte „Kraneberger“ schmeckt auch, sodass man damit gut den Durst stillen kann. Zu diesem Ergebnis kommt der Leitungswasser-Test der Verbraucherzentrale Kamen. Umweltberaterin Jutta Eickelpasch hatte einige Freiwillige gewonnen, die sich über zwei Wochen dem im besten Sinne verwässerten Selbstversuch unterzogen. 14 Testerinnen und Tester aus Kamen starteten Anfang März den Versuch mit ungewissem Ausgang. Jetzt liegt das Ergebnis vor. „Es ist sowohl positiv als auch aussagekräftig“, zieht die Umweltberaterin zufrieden Bilanz.

Nina aus Kamen testet für die Kamener Verbraucherzentrale Kraneberger. Zwei Wochen lang gibt es Wasser aus der Leitung – die Ergebnisse von 13 weiteren Testern werden danach ausgewertet.
Nina aus Kamen testet für die Kamener Verbraucherzentrale Kraneberger. Zwei Wochen lang gibt es Wasser aus der Leitung – die Ergebnisse von 13 weiteren Testern werden danach ausgewertet. © Privat © Privat

Fünf Gläser Wasser durchschnittlich am Tag

Eine Bilanz mit durchschnittlich fünf Gläsern Wasser am Tag. „Das ist allen eher leicht gefallen“, sagt Eickelpasch. Alle Teilnehmer wollen nun auch weiterhin mehr Wasser aus der Leitung trinken, vor allem pur und ohne Veränderung – und wenn doch, dann begeisterten Zitronenwasser und Ingwerwasser.

Diese Arten laufen unter dem Begriff „Infused Water“. Das sind Rezepte, mit denen normales Wasser aufgepeppt werden kann. Beispiel? Wasser mit Gurke und Minze, Zitronen und Ingwer oder Erdbeeren und Basilikum. Die Mischung sollte etwa zehn Minuten durchziehen. Und nicht zuletzt gibt es auch einen Wellness-Faktor: Wasser mit Früchten, Kräuterstängeln und Eiswürfeln in einer Karaffe ist ein echter Hingucker.

Leitungswasser ist besser als sein Ruf

Zu Unrecht habe Leitungswasser, so hatte Eickelpasch beim Start der Aktion gesagt, hierzulande als Getränk nicht den besten Ruf – im Gegensatz zu Frankreich und Italien, wo Tafelwasser üblich sei oder zum Cappuccino auch ein Glas Wasser gereicht werde. Zudem sei das Leitungswasser gesund.

„Es ist auch gut für die Umwelt“, so Eickelpasch. Die viel genutzte Einweg-Plastikflasche sei die „größte Umweltsünde der ganzen Welt“ und habe an schädigender Wirkung die Plastiktüte längst überholt.

Kaum Trinkwasser-to-go: Ausflüge fielen ins Wasser

Die Mehrwegflaschen, die Jutta Eickelpasch an die Teilnehmer ausgab, wurden gut angenommen. „Sie wurden gerne genutzt“, sagt sie. Besonders gut habe die Glasflasche im Thermo-Stoffmantel gefallen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedauerten, dass durch die aktuelle Corona-Situation das „Trinkwasser-to-go“ viel zu selten getestet werden konnte – weil man ja wenig unterwegs war und Ausflüge im wahrsten Sinne des Wortes „ins Wasser“ fielen.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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Carsten Janecke
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