Martin Ambrosiewicz ist Abteilungsleiter für den Bereich PC und Multimedia bei Brumberg. In Zeiten, in denen Homeoffice weit verbreitet ist, ist die Nachfrage nach den Geräten gestiegen. © Stefan Milk
Rohstoffmangel

Trend zum Homeoffice: Auch der Elektrohandel ringt um neue Geräte

Große Nachfrage trifft auf Rohstoffmangel. Damit Computer-Händler wie Kamens Brumberg eine gute Auswahl an Geräten vorhalten können, ist zurzeit geschicktes Handeln im Einkauf gefragt.

Der Trend zum Homeoffice in Corona-Zeiten steigert zur Freude der Fachhändler die Nachfrage. Aber er zwingt sie auch dazu, größere Risiken zu gehen, damit ausreichend Geräte in guter Auswahl angeboten werden können. Eine Veränderung in Krisen-Zeiten spürt Matthias Brumberg vom Elektrofachmacht Brumberg an der Kämerstraße.

Multimedia-Abteilung sichert Existenz im Lockdown

Der Fachhändler muss sich in der Virus-Krise, in der zahlreiche Arbeitsplätze ins Zuhause verlagert wurden, auf ganz neue Abläufe einstellen. Darüber will er sich nicht beklagen – denn die Abteilung PC und Multimedia ist neben der Weißen Ware, sprich: Kühlschränken und Co, die zurzeit umsatzstärkste und sichert im Dauer-Lockdown auch ein Stück weit die Existenz des Familienunternehmens. Indes: „Man muss sich zurzeit rechtzeitig mit Ware eindecken“, berichtet er.

Das sei durchaus eine Herausforderung, weil es zurzeit nicht möglich sei, kleinere Mengen zu bestellen. Im Angesicht allgemein starker Nachfrage würden die Hersteller nur große Chargen abgeben. „Wenn man früher bis zu zehn Geräte bestellt hat, sollen es jetzt 40, 50 oder 60 sein.“

Auch Händler warten auf Lieferungen der Hersteller

Dabei gehen örtliche Händler, die nicht so aufgestellt sind wie die Branchenriesen Saturn oder Media Markt, durchaus ins Risiko. „Man muss sich kurzfristig entscheiden, bindet relativ viel Kapital und riskiert, dass die Preise verfallen, wenn man die Geräte nicht rechtzeitig verkauft“, schildert Brumberg die Lage, die kaufmännisches Fingerspitzengefühl verlangt.

Zudem werden durch den weltweiten Rohstoffmangel, ausgelöst durch die Corona-Krise, nicht alle Geräte sofort ausgeliefert. „Auf zehn Bestellungen kommt zeitweise nur eine Auslieferung. Die Hersteller rechnen uns dann die Rückstände an. Je höher die Rückstandsquote, desto größer die Chance, wieder mehr zu bekommen.“

Manche Geräte sind zurzeit gar nicht erhältlich. „Von Apple sind viele Geräte nicht verfügbar, einige Drucker und Webcams sind nicht zu kriegen“, berichtet Brumberg.

Hoffnung auf baldiges Ende des Lockdowns

Trotz der veränderten Vorzeichen: Der findige Einzelhändler meistert auch diese Herausforderung, um für jedes Homeoffice die passende Lösung zu finden. Dazu möchte er aber auch möglichst schnell den Lockdowns verlassen, um die Kunden bald wieder direkt zu beraten. „Die Beratung ist ja unsere Grundfunktion – und nicht der Handel im Internet.“

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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Carsten Janecke
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