Pflegerin bestiehlt Ehepaar aus Kamen

dzGerichtsprozess

Nur wenige Tage kümmerte sich eine Pflegerin um ein älteres Ehepaar aus Kamen. Als sie weg war, fehlten ein paar Dinge. Den Weg zum Prozess wollte die Angeklagte nicht antreten.

von Jana Peuckert

Kamen

, 29.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Gerade einmal fünf Tage lang hatte sich eine 47 Jahre alte Pflegerin um ein älteres Ehepaar in Kamen gekümmert. Aufgrund unangemessenen Verhaltens und schlechter Sprachkenntnisse kündigte der Sohn der Pflegebedürftigen das Arbeitsverhältnis allerdings kurz nach Ankunft der Frau aus Polen.

Nach der Abreise der 47-Jährigen waren plötzlich auch einige Dinge aus dem Haushalt der Senioren verschwunden: unter anderem ein Staubsauger, zwei Uhren, Spülmittel, Orangensaft, Kondensmilch, Handtücher, Bettwäsche und Kaffeebohnen. Weil sich der Verdacht aufdrängte, die Pflegekraft habe die Dinge an sich genommen, kam es zur Strafanzeige wegen Diebstahls.

Angeklagte scheut Anreise aus Polen

Zum Prozess im Amtsgericht Kamen erschien die 47-Jährige jedoch nicht. Stattdessen hatte sie einen Brief an den Richter geschrieben, dass sie nicht extra aus Polen anreisen würde. Die Vorwürfe gegen sie stimmten nicht. Das sollte der Richter so akzeptieren.

Nun, das tat der Vorsitzende natürlich nicht. Er fragte den als Zeugen geladenen Sohn der Pflegebedürftigen nach dem Wert der abhanden gekommenen Gegenstände. Der Mann schätzte etwa 1000 Euro. Als Verdienst der Frau waren 750 Euro in der Akte aufgeführt. Der Richter erließ in Abwesenheit der Angeklagten einen Strafbefehl über 1500 Euro gegen die 47-Jährige. Das Schreiben wird ihr in Polen zugestellt. Dann hat die Frau die Wahl: Entweder sie akzeptiert die Entscheidung und zahlt die Geldstrafe, oder sie legt Einspruch ein und es kommt zum erneuten Termin im Amtsgericht Kamen.

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