Fusion der Volksbanken: Fahrplan für die Bankhaus-Hochzeit steht – trotz Corona

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Zuversicht trotz Corona und Fusionspläne: Die Volksbank Kamen-Werne, die bald mit dem Dortmunder Institut verschmilzt, ist zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2019. Vier Prozent Dividende sind geplant.

Kamen

, 02.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bankenhochzeit kann auch in Corona-Zeiten gefeiert werden. Trotz der Pandemie hält die Volksbank Kamen-Werne an dem Fahrplan für die geplante Fusion mit der Volksbank Dortmund fest. Die für das Jahr 2021 geplante Verschmelzung soll trotz der anhaltenden Virus-Krise wie angekündigt erfolgen, teilte Vorstandsmitglied Jürgen Eilert am Donnerstag mit. „Wir befinden uns in intensiven, konstruktiven und guten Gesprächen mit den Dortmunder Kollegen.“

Das Kreditinstitut, das in Kamen, Bergkamen und Werne sechs Geschäftsstellen, 80 Mitarbeiter, 26.300 Kunden und 16.131 Mitglieder hat, stellte jetzt seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2019 vor. Trotz aller Herausforderungen im Bankenwesen: „Wir sind mit dem Geschäftsjahr sehr zufrieden“, so Eilert, der das Zahlenwerk zusammen mit Ralf Schotte vorstellte. Beide bilden den Vorstand des örtlichen Bankhauses.

Die Vorstandsmitglieder Ralf Schotte (l.) und Jürgen Eilert präsentieren am Donnerstag den Geschäftsbericht für das Jahr 2019.

Die Vorstandsmitglieder Ralf Schotte (l.) und Jürgen Eilert präsentieren am Donnerstag den Geschäftsbericht für das Jahr 2019. © Volksbank Kamen-Werne

Gute Nachricht für die Mitglieder: Dividende von vier Prozent

Die örtliche Volksbank befindet sich im Umbau. Nicht nur, weil vom Gebäudekomplex an der Bahnhofstraße gerade die alte Villa abgerissen wird. Sondern auch im übertragenden Sinne. Eine Vertreterversammlung mit 81 Mitgliedern soll am Ende des Jahres grünes Licht für die Verschmelzung geben. 75 Prozent Zustimmung sind dafür erforderlich. Bei der Versammlung soll auch das nachgeholt werden, was durch eine jetzt durch Corona verschobene Versammlung nicht möglich ist: Den Vertretern soll dann eine Dividendenzahlung in Höhe von drei Prozent zuzüglich eines Bonus von einem Prozent vorgeschlagen werden. In Zeiten einer historischen Niedrigzins-Phase für die Mitglieder vermutlich eine gute Nachricht.

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Mehr Kredite in die heimische Wirtschaft vergeben

Wachstum ist das Thema des vergangenen Jahres, wie aus dem Geschäftsbericht zu lesen ist: Die Bilanzsumme des regionalen Geldinstituts stieg um 38 Millionen Euro auf 407 Millionen Euro, was einem Anstieg von 10,3 Prozent entspricht. Besonders zufriedenstellend, so die Vorstände, sei die Entwicklung des Kreditgeschäftes, mit dem vor allem die heimische Wirtschaft gespeist wird. Mit einem Wachstum von 21,4 Millionen Euro stieg das Kreditvolumen auf 219,8 Millionen Euro – eine „tolle Entwicklung“, so Eilerts Bewertung.

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Auch aus dem Dienstleistungsgeschäft gibt es Erfolgsmeldungen; bei der Vermittlung von Immobilien verzeichnete das Bankhaus einen Anstieg um 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wertpapiergeschäft wurde mit dem Verbundpartner Union Investment um 4,4 Prozent ausgebaut. Das Jahresergebnis wird erneut für eine deutliche Stärkung der Eigenkapitalausstattung genutzt werden. Zudem wurden in den vergangenen fünf Jahren über eine halbe Million Euro an Vereine und Organisationen in den Bereichen Schule, Kindertageseinrichtungen, Sport und Kultur gespendet.

Abriss der Volksbankvilla in Kamen ist im Gange. Das Gebäude soll durch einen dreistöckigen Neubau mit Gewerbefläche und Wohnungen ersetzt werden.

Abriss der Volksbankvilla in Kamen ist im Gange. Das Gebäude soll durch einen dreistöckigen Neubau mit Gewerbefläche und Wohnungen ersetzt werden. © Borys Srad

Im großen Verbund ist es wirtschaftlich aussichtsreicher

Für die Kunden aus Kamen, Bergkamen und Werne ändert sich im Zuge der geplanten Fusion im Übrigen zunächst nichts: Die lokalen Standorte sollen erhalten bleiben. Bei der technischen Fusion, die nächstes Jahr eingeleitet werden soll, ändern sich dann Bankleitzahl und Kontonummer. Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Eilert und Schotte sind nach wie vor überzeugt, dass eine Fusion mit dem Schwergewicht aus Dortmund der richtige Schritt ist. „Gerade die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten zeigen uns, dass wir mit unseren Plänen richtig liegen“, heißt es. In einem von einer dauerhaften Niedrigzinsphase und starken Regulierungen unterworfenen Markt fällt es den Banken immer schwerer, wirtschaftlich zu arbeiten, was in größeren Einheiten – wie künftig im Verbund Dortmund und Kamen-Werne, aussichtsreicher erscheint.

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