Nach einer Hochzeitsfeier in Ascheberg steht der Mitarbeiter eines Kamener Unternehmens unter Quarantäne. © picture alliance / dpa
Unternehmen betroffen

Ascheberger Hochzeitsgast löst Corona-Alarm in Kamen aus

Nach einer Hochzeitsfeier in Hamm mit Hunderten Corona-Fällen ziehen nun auch Infektionen infolge einer Hochzeitsfeier in Ascheberg Kreise. Die Ausläufer reichen bis in eine bekannte Firma in Kamen.

Auf einer Hochzeitsfeier in Ascheberg steckten sich offenbar mehrere Menschen mit dem Coronavirus an. Die vom Gesundheitsamt in Coesfeld bestätigten Corona-Fälle lassen nun bei den Gemeinschaftsstadtwerken (GSW) in Kamen die Alarmglocken schrillen. Denn ein GSW-Mitarbeiter soll diese Feier besucht und sich angesteckt haben. Er wurde unter Quarantäne gestellt.

Ein Corona-Verdacht unter den Beschäftigten der Gemeinschaftsstadtwerke sorgt derzeit für Gesprächsstoff im Kollegenkreis. Die Geschäftsführung ist über den Verdacht informiert und hat vorsorglich ermittelt, mit wem der mutmaßlich infizierte Mitarbeiter hausintern in Kontakt stand. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass der Mitarbeiter jemand bei den GSW angesteckt hat. Eine vollständige Entwarnung gibt es aber noch nicht.

Kein Schlendrian bei Coronaschutz

Der Fall führt der GSW-Belegschaft vor Augen, dass es wichtig ist, Coronaschutz-Regeln im Betrieb einzuhalten und keinen Schlendrian einkehren zu lassen. Bei dem lokalen Energieversorger wird darauf geachtet, im Büroalltag einen Mindestabstand einzuhalten.

Acht Fälle auf Hochzeitsfeier zurückzuführen

Das Gesundheitsamt des Kreises Coesfeld führt bislang acht Corona-Fälle in seinem Zuständigkeitsbereich auf dieselbe Hochzeitsgesellschaft zurück, die in Ascheberg gefeiert hatte. Zu den zuvor bekannten drei Corona-Fällen waren am Freitag fünf neue Fälle hinzugekommen. In diesem Zusammenhang wurde die Wieschhof-Grundschule in Olfen geschlossen. Ob auch umliegende Gesundheitsämter Corona-Fälle verzeichnet haben, die auf die Ascheberger Feier zurückzuführen sind, ist bislang nicht bekannt.

Neues Superspreading-Event befürchtet

Bei den GSW in Kamen gibt es Befürchtungen, von den Ausläufern eines potenziellen neuen „Superspreading“-Events betroffen zu sein. Eine Hochzeitsfeier hat kürzlich Hamm zu einem Corona-Hotspot in Deutschland gemacht. Dort stehen mehr als 200 Corona-Infektionen in Zusammenhang mit der Hochzeit, die mit mehreren Teilfeierlichkeiten in Hamm, Dortmund und Werl stattfand.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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