Felix Rosenbaum ist einer der zwei Gründer des Startups „Omma“ und möchte mit Socken etwas bewegen. © Marcel Drawe
Unternehmensgründung

Zwei Freunde wollen mit „Omma-Socken“ die Welt verändern

Es ist eine Oma, die zwei Freunde aus Holzwickede und Dortmund auf eine Idee bringt. Nun wollen sie mit ihrem StartUp „Omma“ und einem Paar Socken die Welt der Senioren verändern.

Mit ein paar Socken die Welt verändern? Während die einen darüber schmunzeln, haben sich zwei Freunde aus Holzwickede und Dortmund genau das als Ziel gesetzt. Sie haben ein Unternehmen gegründet, mit dem sie Senioren helfen wollen. Die Idee dahinter ist kurios, aber wohlüberlegt. Felix Rosenbaum und Christopher Grobe kennen sich seit 15 Jahren, sind über ihre gemeinsame Fußball-Leidenschaft zu Freunden geworden. Nach dem Studium wollten sie beide zusammen etwas aufbauen. „Wir wollen etwas bewegen und erreichen“, sagt Rosenbaum. Für andere arbeiten, das liegt ihnen nicht so. Sie wollen lieber etwas eigenes aufbauen.

Die zündende Idee gibt die Großmutter von Christopher Grobe. Denn die „Omma“ des Holzwickeders strickt für ihr Leben gerne Socken. Inspiriert vom Münchner Kuchentratsch, in denen Großeltern Kuchen für andere backen, kommt der Gedanke: „Sowas können wir doch auch mit gestrickten Socken aufziehen? Socken braucht schließlich jeder.“

Christopher Grobe und Felix Rosenbaum kennen sich bereits seit den Kinderschuhen und haben früher zusammen Fußball gespielt.
Christopher Grobe und Felix Rosenbaum kennen sich bereits seit den Kinderschuhen und haben früher zusammen Fußball gespielt. © Privat © Privat

Neuer Anlauf wegen Corona

Die Idee scheitert allerdings an der Corona-Krise. Als sie auf Seniorenheime in ihrer Umgebung zugehen wollen, werden genau die geschlossen. Also beginnen die Freunde nach Alternativen zu suchen. „Wir wollten etwas aufbauen, wo uns keine Pandemie dazwischenfunkt.“ Der Blick in den eigenen Kleiderschrank von Rosenbaum bringt die Idee, die die Freunde heute vorstellen. Denn Felix Rosenbaum hat unzählige „Happy Socks“ – Socken, die den Betrachter zum Schmunzeln bringen sollen, mit kleinen Motiven und ungewöhnlichen Farben. „Da haben wir uns gedacht: Warum nicht sowas und dann einen Teil des Erlöses spenden?“ Sie machen sich auf die Suche nach einem lokalen Sockenproduzenten. „Wir wollen keine Kinderarbeit in China unterstützen und gleichzeitig Altersarmut in Deutschland bekämpfen“, sagt Rosenbaum. Im nordrhein-westfälischen Billerbeck werden sie fündig. Die Socken bestehen zu 90 Prozent aus Biobaumwolle, sind weich, robust und hochwertig, aber entsprechend teurer in der Herstellung. „In China wären wir bei einem Stückpreis von einem Euro gewesen, hier sind es zwischen drei und fünf Euro“, sagt Rosenbaum. „Die können wir nicht für sieben Euro im Laden verkaufen.“ Das Motiv für die Socken malt die Schwester des 22-Jährigen.

Die Omma-Socken bestehen zu 90 Prozent aus Biobaumwolle und werden überdies in Nordrhein-Westfalen hergestellt.
Die Omma-Socken bestehen zu 90 Prozent aus Biobaumwolle und werden überdies in Nordrhein-Westfalen hergestellt. © Marcel Drawe © Marcel Drawe
Die Oma, die auf den Socken zu sehen ist, wurde von Felix Rosenbaums Schwester gezeichnet.
Die Oma, die auf den Socken zu sehen ist, wurde von Felix Rosenbaums Schwester gezeichnet. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung

10 Prozent ihres Erlöses wollen die Freunde spenden. Das Geld soll dabei Senioren zugute kommen. „Es kann ja nicht sein, dass es ältere Menschen gibt, die auf dem Boden schlafen oder Flaschen sammeln müssen“, sagt Rosenbaum. Mit Vereinen wie „Lichtblick“ oder „Ein Herz für Rentner“ stehen sie bereits in Kontakt. Rund drei Millionen Senioren brauchen laut deren Angaben in Deutschland Hilfe, weil ihre Rente zu niedrig ausfällt. Anfang März haben sie eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, mit deren Hilfe sie die erste Fuhre „Omma“-Socken finanzieren wollen. 5.500 Euro haben sie sich als Ziel gesetzt. Geld, das sowohl für die Produktion, aber auch für den Markenschutz und andere Dinge benötigt wird. „Mit dem Geld kämen wir bei Null raus“, sagt Rosenbaum, der zuvor in der Bank gearbeitet hat und sich auch im Studium in Richtung Finanzen spezialisiert, während sich sein Freund Christopher Grobe auf Marketing und Vertrieb konzentriert. Die Kampagne läuft bis Ende März, dann werden die ersten Socken produziert. „Und dann gibt es sie in unserem Online-Shop zu kaufen.“ Oder die Leute unterstützen die Crowdfunding-Kampagne und kaufen sich in dem Zuge bereits ihre Socken. Nach der ersten Woche haben sie die Hälfte des Crowdfunding-Ziels bereits erreicht. Nun hoffen sie, noch ein paar Leute auf ihr Unternehmen aufmerksam zu machen. „Wir werden das auf jeden Fall durchziehen“, verspricht Rosenbaum. Sollte am Ende nicht genug Geld in der Kampagne zusammenkommen, geben sie den Rest aus eigener Tasche hinzu. Von den Stolpersteinen, die ihnen die Krise in den Weg gelegt hat, lassen sie sich nicht entmutigen. „Wir wollen etwas verändern.“

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So kann man das StartUp unterstützen

  • Wer sich sein eigenes Paar Omma-Socken sichern möchte, kann das über die Crowdfunding-Seite auf startnext.com/omma-socken tun.
  • Der Name der StartUps ist dabei eine Anspielung auf den nahen Ruhrpott, in der die Großmutter liebevoll gerne „Omma“ genannt wird.
  • Später wollen die Omma-Gründer auch auf Unverpackt-Läden und nachhaltige Modeketten zugehen, um ihre Socken dort in den Verkauf zu bringen.
  • Kommt ihre Idee mit den Socken gut an, sollen auch andere Sockenarten wie Sneaker und andere Farben produziert werden.
  • Das Unternehmen hat übrigens auch einen Instagram-Account, mit dem sie ihre Fans und Unterstützer informieren unter instagram.com/ommasocken
Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
Zur Autorenseite
Lisa Dröttboom

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