In ist, wer drin ist: Nicht allen, die während der ersten heißen Tage ins Freibad Schöne Flöte wollten, war letztlich auch der Sprung beziehungsweise der Rutsch ins kühle Nass vergönnt. © Udo Hennes
Schöne Flöte

Mit Video: Online-Anmeldung im Freibad gegen Frust in der Warteschlange

In anderen Bädern ist es bereits Standard, Holzwickede will nachziehen: Demnächst sollen sich Gäste vor dem Freibadbesuch online anmelden.

Insbesondere die heißen Tage zur Mitte des Monats sorgten bei so manchem Gast, der ins Freibad Schöne Flöte wollte für Unmut: Die Holzwickeder Wasserversorgung, die hinter dem kommunalen Bad steht, fährt diese Saison im Rahmen der Coronaschutzverordnung quasi einen Zwei-Schicht-Betrieb: Die wenigen Frühschwimmer ausgeklammert, dürfen je von 10 bis 14 Uhr und von 15 bis 19 Uhr maximal 500 Gäste ins Bad.

Normalerweise hat die Schöne Flöte eine Kapazität von über 2000 Personen, aber weil auch die Zahl der Badenden in den Becken limitiert ist und man lange Schlangen am Beckenrand meiden will, wird der Einlass nach 500 Personen eben gestoppt.

Polizei muss am Freibad Schöne Flöte für Ruhe sorgen

Vor dem Freibad sorgte das zuletzt mitunter für Ärger und musste sich die eingesetzte Security auch mit verständnislosen Gästen auseinandersetzen, die beleidigend wurden. Auch die Polizei im Kreis Unna wurde einstweilen hinzugerufen, um deeskalierend einzugreifen und in Einzelfällen auch Platzverweise zu erteilen.

In anderen kommunalen Freibädern wird der Einlass indes anderweitig entzerrt: So setzen beispielsweise Dortmund und Kamen auf Online-Anmeldungen vorab. Im Internet ist so schnell zu sehen, ob es noch freie Plätze gibt. „Wir sind dabei, ebenfalls eine Online-Anmeldung umzusetzen“, sagt Stefan Petersmann, Chef der Holzwickeder Wasserversorgung, auf Anfrage.

„Einige wenige Gäste stellen mittlerweile ihre eigenen Regeln auf“

Noch müsse man letzte technische Details rund um die Bezahlung klären, aber Petersmann hofft, dass die Online-Reservierung rund um den Beginn der Sommerferien funktioniert. Dann hofft auch der Betreiber, dass sich an heißen Tagen die Situation vor Ort entspannt.

Dass im Wartebereich gedrängelt und beleidigt wird, dass manche gar versuchen, bestehende Hausverbote mit Klettereinlagen über die Zäune zu umgehen – das ist für Stefan Petersmann nicht nachvollziehbar. „Einige wenige Gäste stellen mittlerweile ihre eigenen Regeln auf. Aber diese Ich-ich-ich-Mentalität heutzutage, das funktioniert einfach nicht“, appelliert er an Vernunft und Respekt.

Klar dürfte auch sein, dass die Betreiber lieber durchgängig 2000 Gäste im Bad hätten, als je 500 in zwei Schichten – nüchtern betrachtet schon aus finanziellen Gesichtspunkten. So lange es die Verordnung aber nicht hergibt, wird man mit den momentanen Regeln aber auch in die Sommerferien starten – bestenfalls können Kunden dann vorab online reservieren und stehen letztlich nicht umsonst in der Warteschlange.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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