Bei einer Inspektion soll ein ehemaliger Mitarbeiter eines Autohauses ein Reinigungstuch vergessen haben. Das soll der Grund gewesen ist, warum ein Luxusauto gebrannt hat. Der Mitarbeiter stand nun vor Gericht © dpa-tmn (Symbolfoto)
100.000 Euro Schaden

Luxusauto brennt – Mitarbeiter von Holzwickeder Autohaus im Verdacht

Nach der Inspektion in einem Holzwickeder Autohaus brannte ein Luxuswagen. Die Verantwortung dafür sollte ein damaliger Mitarbeiter tragen. Vor Gericht beteuerte er nun seine Unschuld.

Den Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung wollte ein 28-Jähriger vor dem Unnaer Amtsgericht nicht auf sich sitzen lassen. Laut Anklageschrift sollte er dafür verantwortlich gewesen, dass ein Luxuswagen nach einer Inspektion in einem Holzwickeder Autohaus brannte. Der Grund: Er soll ein Reinigungstuch bei einer Inspektion im Mai 2019 vergessen haben. Dieses soll durch die Bewegung des Fahrzeugs auf den Auspuff gerutscht sein und dafür gesorgt haben, dass das Heck des teuren Wagens brannte. Der Schaden: etwa 100.000 Euro.

Nun äußerte sich der Angeklagte vor Gericht. Bei der Inspektion, an die er sich konkret gar nicht erinnern könne, würde für den Ölwechsel ein Abdecktuch als Spezialwerkzeug genutzt – gemäß einer strikten Anweisung. Indes werde ein Reinigungstuch an der Stelle gar nicht eingesetzt. Somit könne er das ausschließen.

Darüber hinaus finde später eine Kontrolle durch den Meister statt – auf der Hebebühne und inklusive Probefahrt. Da müsste so etwas auch auffallen. Für die Reinigung sei später der Bereich Aufbereitung zuständig. Welche Lappen dort benutzt würden, das wisse er gar nicht.

Drei Monate könnten zwischen Inspektion und Brand gelegen haben

Der Verteidiger schaltete sich ein und betonte, dass sein Mandant überdies nicht bekannt sei, wie lange das Auto nach der Inspektion und bis zu dem Brand gefahren sei. Offenbar seien es etwa drei Monate und circa 8000 Kilometer gewesen. Dann hätten mindestens einmal Öl oder Wasser nachgefüllt werden müssen. Unter Umständen sei das Ganze dann auch bei der Gelegenheit passiert.

Von dem zwischenzeitlich erfolgten Reifenwechsel, bei dem routinemäßig auch die Flüssigkeiten überprüft würden, ganz zu schweigen. Zuletzt erwähnte der Anwalt außerdem, der Angeklagte habe bei der Inspektion einen Auszubildenden dabei gehabt, der auch Arbeiten übernommen habe.

Finanzieller Aufwand bei Fortsetzungstermin nicht gerechtfertigt

Der Richter bekundete letztlich, dass ihm das, was der 28-Jährige schildere, plausibel erscheine. Und falls es doch so gewesen sei, sehe er kein allzu großes Verschulden – auch wenn der Schaden erheblich sei. Hinzu kam der Umstand, dass der Sachverständige, der ein Gutachten erstellte, für eine Befragung in einem Fortsetzungstermin vor Gericht aus Österreich hätte anreisen müssen.

Ein Umstand, der zusätzliche Kosten verursacht hätte. Unter den Umständen und mit Blick auf das leere Strafregister des jungen Mannes regte er an, das Verfahren ohne Auflagen einzustellen. Der 28-Jährige solle lediglich für seine eigenen Kosten aufkommen. Dieser Vorschlag traf bei allen Prozessbeteiligten auf Zustimmung.

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