11.800 Menschen kommen täglich aus einer anderen Stadt zum Arbeiten nach Holzwickede. Damit ist die Gemeinde prozentual gesehen Pendler-Spitzenreiter in Nordrhein-Westfalen, was mitunter auch am attraktiven Eco Port im Holzwickeder Norden liegen dürfte. © www.blossey.eu
Pendler in Holzwickede

Holzwickede ist ein beliebter Arbeitsort, aber nicht für die Holzwickeder

Von mehr als 13.000 arbeitenden Menschen in der Gemeinde sind nur wenige auch Holzwickeder. Ein Blick auf die Pendler-Statistik zeigt: Holzwickede ist ein beliebter Arbeitsort.

Mehr als die Hälfte der 9,3 Millionen Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen pendelten im Jahr 2019 täglich über die Grenzen ihres Wohnortes hinweg zur Arbeit. Allein nach Köln, Düsseldorf und Essen pendelten zusammen täglich mehr als 822.000 Erwerbstätige. Spitzenreiter bei den Pendlern ist allerdings nicht Köln oder Dortmund, sondern eine kleine Gemeinde im Kreis Unna.

Jede achte der 396 Städten und Gemeinden im Bundesland wies 2019 laut Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als Statistisches Landesamt einen Einpendlerüberschuss auf. Das bedeutet, es kommen täglich wesentlich mehr Leute in die Gemeinde, als sie zum Arbeiten verlassen.

Holzwickede ist König der Einpendler

Unangefochtener König in Nordrhein-Westfalen ist hier Holzwickede. 85,7 Prozent der in der Gemeinde arbeitenden Menschen kommen täglich aus einer anderen Stadt, das sind insgesamt etwa 11.800 Menschen. Damit steigt Holzwickedes Bevölkerung tagsüber auf 22.202 Menschen an. Zum Vergleich: Die Gemeinde hat etwa 17.000 Einwohner.

Eine ähnlich hohe Quote hat nur noch das am Teutoburger Wald liegende Tecklenburg mit 77,8 Prozent Einpendlerüberschuss. Die geringsten Einpendlerquoten finden sich hingegen im Hochsauerlandkreis. Schmallenberg und Marsberg kommen beide nur auf je 30 Prozent.

Die höchsten Auspendlerquoten – also Pendler, die täglich zum Arbeiten ihre Heimatstadt verlassen – haben Alfter und Merzenich mit 84,2 Prozent, die niedrigsten Münster (25,9 Prozent) und Köln (28,1 Prozent).

Auch Holzwickede hat einen ähnlich hohen Auspendlerwert. Rund 6.600 Menschen verlassen täglich die Gemeinde zum Arbeiten, das ist eine Auspendlerquote von 77,3 Prozent.

Blick auf den Kreis

Auch mit Blick auf die umliegenden Städte zeigt sich Holzwickede weit vorn. So hat nur Fröndenberg eine ähnlich hohe Auspendlerquote von 74,4 Prozent. Unna liegt mit 59,3 Prozent dahinter, Dortmund mit nur 35,9 Prozent hat besonders wenig Arbeitende, die ihre Stadt zum Arbeiten verlassen.

Viele Pendler darf hingegen Unna mit 66,7 Prozent begrüßen. Fröndenberg hat täglich etwa 57,6 Prozent, das sind 3637 Menschen, die zum Arbeiten täglich von woanders nach Fröndenberg fahren. Dortmund hat eine Einpendlerquote von 42,8 Prozent, das sind 137.800 Menschen.

Spannend: In Unna arbeiten rund 21 Prozent der dort lebenden Bevölkerung auch in ihrer eigenen Gemeinde. In Fröndenberg sind es hingegen gerade einmal 13 Prozent, während die Zahl in Holzwickede bei nur 11 Prozent liegt. In Dortmund hingegen arbeitet rund ein Drittel der dort lebenden Einwohner auch in ihrer eigenen Stadt.

20 Kilometer bis zur Arbeit

Pendler legen dabei durchschnittlich fast 20 Kilometer Luftlinie zwischen Wohn- und Arbeitsgemeinde zurück. Frauen mit rund 18,6 Kilometern im Schnitt zwei Kilometer weniger als Männer mit 20,7 Kilometern. Hier legten Pendler aus Münster und Blankenheim mit mehr als 30 Kilometern die meisten Kilometer täglich zwischen Arbeit und Heim zurück, Menschen aus Steinhagen und Erkrath haben mit durchschnittlich 12,9 Kilometern die kürzesten Wege zur Arbeit.

Den kürzesten Weg legen Arbeitende zurück, die in einer Gemeinde wohnen und arbeiten. In Nordrhein-Westfalenpendeln etwa 4,47 Millionen Personen innerhalb ihrer Gemeinde. In Holzwickede sind das laut Pendleratlas 1960 Menschen, die in der Gemeinde wohnen und arbeiten.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
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Lisa Dröttboom

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