Die 2020 an der Wilhelmstraße eröffnete Diamorphinambulanz sorgt immer wieder für Gesprächsstoff im Holzwickeder Norden. © Marcel Drawe
Meinung

Heroin-Praxis und Anwohner: Setzt Euch doch einfach mal an einen Tisch!

Im Norden Holzwickedes gibt es wegen der Diamorphinambulanz noch immer dicke Luft. Unser Autor meint, dass der Karren viel zu tief im Dreck steckt.

Seit neun Monaten werden an der Wilhemstraße nun schwerkranke Drogenpatienten behandelt. Ich hatte anfangs die Hoffnung, dass es eine Erfolgsgeschichte werden könnte: Schwache Mitglieder der Gesellschaft bekommen in Holzwickede eine Chance, ihr Leben trotz der schweren Sucht meistern zu können. Doch das war offenbar eine zu naive Wunschvorstellung. Jetzt ist nämlich die bittere Erkenntnis da: Alle bisherigen Bemühungen der Praxis, die unangenehmen Begegnungen von Patienten und Anwohnern zu vermeiden, sind schlichtweg gescheitert. Die nicht abreißenden Schilderungen von Anwohnern sind ein Zeugnis dafür.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es in Holzwickede Menschen gibt, die die Stimmung noch zusätzlich vergiften. In einem Sozialen Netzwerk kursieren neben berechtigten Beschwerden der Anwohner auch üble Beschimpfungen, die sich abseits jeglichen Anstands und Respekts bewegen. Zum Teil wurden Drogenabhängige sogar schon mit Tieren verglichen. Das offenbart ein sehr fragwürdiges Menschenbild und geht einfach gar nicht.

Was aus meiner Sicht helfen könnte, wäre ein direkter Draht zueinander. Anwohner und Praxis-Leitung, setzt Euch doch einfach mal an einen Tisch!

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski

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