Der Wintereinbruch hat im Garten von Jürgen Hugemann aus Holzwickede seine Spuren hinterlassen. Er ist nach den kalten Tagen nach Ostern insgesamt aber noch recht gut weggekommen. © Carlo Czichowski
Plötzlicher Wintereinbruch

Der Frost kam überraschend: Hobby-Gärtner gibt Tipps bei wechselhaftem Wetter

Durch den Frost und Schnee der vergangenen Tage ist in den heimischen Gärten viel kaputt gegangen. Für einen erfahrenen Hobby-Gärtner war das abzusehen, das Ausmaß hat aber auch ihn überrascht.

Für Jürgen Hugemann ist sein Garten ein Rückzugsort, den er möglichst schön machen will. Dort hat er nicht nur Bäume gepflanzt, sondern baut zum Beispiel auch Gemüse und Obst an, das dann gerne auch mal in der heimischen Küche landet.

Die kalten Tage seit Ostern haben ihn im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischt. In der Kleingartenanlage am Oelpfad, wo Hugemann eine eigene Parzelle besitzt und darüber hinaus seit Herbst auch Vorsitzender des dazugehörigen Vereins ist, hat es aber einige Nachbarn noch schlimmer erwischt, wie er erzählt.

Die Blutpfirsiche von Jürgen Hugemann dürften die kalten Tage wohl überlebt haben. © Carlo Czichowski © Carlo Czichowski

Bei einem Besuch am Mittwoch gab er dieser Redaktion eine kurze Führung durch seinen Garten und hat dabei erläutert, was bei ihm den plötzlichen Wintereinbruch überstanden hat und was nicht.

Am Mittwoch war der Schnee größtenteils abgetaut, für viele Pflanzen war es zu spät

Die gute Nachricht: In seinem Garten hielt sich der Schaden, den Frost und Schnee verursacht haben, in Grenzen. „Es hängt immer auch von der Lage ab“, sagt er. Weil seine Parzelle am Rand der Anlage gelegen ist – und darüber hinaus auch von mehreren Bäumen geschützt wird – setzt sich der Frost dort nicht so aggressiv fest wie in vielen anderen.

Ist umgangssprachlich „über die Wupper gegangen“: eine Maracuja-Pflanze in Jürgen Hugemanns Garten, die er direkt neben seiner Gartenlaube eingesetzt hatte. © Carlo Czichowski © Carlo Czichowski

Erkennbar ist das an den verschneiten Dächern der KGV-Parzellen. Wo in unmittelbarer Nachbarschaft Bäume stehen, liegt tatsächlich weniger Schnee. Auch wenn man sagen muss: Am Mittwochmittag war ohnehin ein Großteil des Schnees bereits wieder abgetaut.

Für manche Pflanzen war es aber trotzdem zu spät: Direkt neben seiner Parzelle hat Hugemann eine Maracuja-Pflanze eingesetzt, die beispielsweise die kalten Tage nicht überlebt hat. „Die hat es nicht geschafft“, sagt der Hobby-Gärtner und liefert einen Tipp für unerfahrenere Gärtner: „Ich sage immer: So lange Ostern noch nicht vorbei ist, sollte man lieber noch die Füße still halten“.

Bis auf Grünkohl: Im Beet wird Jürgen Hugemann erst in ein paar Wochen aktiv

Das gelte insbesondere für einige Gemüsesorten. Mit Kopfsalat und Rucola zum Beispiel sollte man nach seiner Auffassung warten, bis es etwas wärmer wird. „Die mögen es nicht so kalt“, erklärt er. Bei Knoblauch oder etwa Erdbeeren könne man hingegen etwas risikofreudiger sein und früher pflanzen.

Kaum etwas anhaben kann die Kälte jedenfalls dem Grünkohl, den er in seinem Beet eingesetzt hat. Der kommt mit Frost verhältnismäßig gut klar, übersteht auch kältere Tage. Ansonsten ist sein Beet noch leer. Dort wird er erst in den kommenden Wochen aktiv.

Dem Grünkohl kann der Frost jedenfalls nichts anhaben. Er wird von vielen Hobby-Gärtnern sogar erst nach dem ersten Frost geerntet, weil er dann noch besser schmecken soll. © Carlo Czichowski © Carlo Czichowski

Insgesamt empfiehlt er Hobby-Gärtnern, die noch nicht so viel Erfahrung haben, dass sie beim Einsetzen eher zurückhaltend sein sollen. „Wenn man ein Gewächshaus hat, kann man eher Glück haben, auf freiliegenden Flächen ist dann Vorsicht geboten“, so Hugemann.

„Mein Garten befindet sich größtenteils noch im Winterschlaf“

Einige Nachbarn, so berichtet er, hätten zum Beispiel vor einigen Tagen schon Kartoffeln gesetzt. „Dafür war es einfach zu früh“, sagt er, auch wenn er zugibt: „Bei gutem Wetter ist es für viele einfach zu verlockend“. Auch wenn es so angesagt war, das Ausmaß des plötzlichen Wintereinbruchs habe auch ihn überrascht.

Insgesamt scheinen die Übergänge zwischen den verschiedenen Jahreszeiten in den vergangenen Jahren seiner Meinung nach nicht mehr so deutlich erkennbar zu sein. Daher sollte man heutzutage eher länger warten. „Mein Garten befindet sich jedenfalls größtenteils noch im Winterschlaf“, sagt er.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski
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