Jenz Rother wird 75: „Viele Ideen von heute sind auch nicht ganz neu“

dzHolzwickeder Alt-Bürgermeister

Er war Holzwickedes erster hauptamtlicher Bürgermeister und hat viel bewegt: Jenz Rother wird 75 Jahre alt. Manche Idee von ihm wartet bis heute auf Umsetzung, seine Expertise ist allerdings nicht gefragt.

Holzwickede

, 19.11.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Name Jenz Rother ist unweigerlich mit einer teurer als geplanten Carolinenbrücke sowie finanziellen Ungereimtheiten rund um den ehemaligen Ratskeller verbunden. Den ersten hauptamtlichen Bürgermeister aber nur darauf zu reduzieren, wird dem gebürtigen Dortmunder, der heute vor 75 Jahren das Licht der Welt erblickte, nicht gerecht.

Ob Entwicklung des Wohngebiets Neue Caroline, Gewerbeansiedlungen entlang der Stehfen- und der Wilhelmstraße, moderne Sportanlagen in Opherdicke und am Schulzentrum sowie Modernisierungen im Montanhydraulikstadion und einige Projekte mehr – in die Amtszeit des früheren Pfarrers fallen weitaus mehr positive als negative Entwicklungen. Und auch wenn die Carolinenbrücke bis heute Probleme macht, ist sie als Verbindung über die Bahngleise doch unabdingbar.

„Viele Ideen von heute nicht so ganz neu“

„Rückblickend schaue ich auf eine tolle Zeit, in der ich mit einem tollen Team in der Verwaltung viel erreicht habe. Ich bereue nichts“, sagt Jenz Rother. Von Oktober 1999 bis Oktober 2015 führte der 75-Jährige die Geschicke in der Gemeinde und verfolgt die gemeindliche Entwicklung bis heute genau.

„Da muss ich ja schon sagen, dass viele Ideen von heute nicht so ganz neu sind“, so der einstige SPD-Bürgermeister. So sei der Rathausumbau bereits 2004 angeleiert worden und auch dem Bahnhofsdurchstich hatte sich Rother bereits gewidmet. Als Vorsitzender des Forums Bahnflächen NRW schuf er Grundlagen, die gar heute noch wertvoll sein könnten.

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Mit Blick auf die kürzliche Entscheidung der Deutschen Bahn, für einen Durchstich nötige Flächen nicht an die Gemeinde zu verkaufen, sagt Rother: „Wir hatten damals Pläne für verschiedene Lösungen“ – ehe eine Haushaltssperre Investitionen auf Jahre untersagte. „Ich war und bin immer bereit, mein Wissen zu teilen, wenn ich gefragt werde.“ Das sei unter Nachfolgerin Ulrike Drossel (BBL) aber bislang nicht passiert.

Politischer Weggefährte sah stets einen Problemlöser

Als Jenz Rother 1999 Bürgermeister wurde, zog auch Parteifreund Manfred Matysik erstmals in den Rat ein und ist bis heute Mitglied. „Jenz Rother hatte Visionen und war ein Kümmerer, der Probleme vor Ort gelöst hat – ob mit der Brechstange oder dem Streicheltuch.“

Seine Stärke sei stets gewesen, zu führen, sich in Themen einzuarbeiten und Mehrheiten zu holen – was unter den damaligen Kräfteverhältnissen mit einer überproportional starken SPD-Fraktion freilich einfacher gewesen sein dürfte als heute.

Seinen Ehrentag begeht Jenz Rother im engsten Familienkreis. „Die aktuelle Situation zwingt ja dazu. Ich hätte gerne größer gefeiert, aber so spare ich wenigstens Geld“, sagt der 75-Jährige in gewohnt jovialer Art.

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