Nabu: Wer Obst von Grünstreifen und Streuobstwiesen sammelt, sollte auf Natur Acht geben

dzNaturschutz in Fröndenberg

Äpfel und Birnen werden bald reif und es ist gut für die Umwelt, Fallobst dann aufzusammeln. Doch im Spätsommer und Herbst leben im hohen Gras der Grünstreifen und Obstwiesen auch schützenswerte Arten, etwa Spinnen.

Fröndenberg

, 20.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Initiativen wie „Mundraub“ rufen wie berichtet dazu auf, dass sich Menschen im Sinne der Nachhaltigkeit an Fallobst von Randstreifen und Streuobstwiesen bedienen, dabei Eigentumsrechte und Natur beachten. Aus Sicht von Andreas Förster vom Nabu Unna müsse auf letzteres noch deutlicher hingewiesen werden. Immer wieder beobachte er Menschen, die achtlos über Grünstreifen trampeln und in Wiesen hineingehen, um die besten Früchte zu ernten.

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Eines sagt das Nabu-Mitglied vorweg: Grundsätzlich sei es richtig und gut, das Obst aufzusammeln. Denn verrotten Äpfel und Birnen dort, wo sie vom Baum fallen, werde der Boden zu nährstoffreich – und das wiederum wirke sich auf die Artenvielfalt der Pflanzen, die dort wachsen, aus. So siedelten sich etwa besonders viele Brennnesseln an und ließen anderen Arten kaum Raum. Ziel des Nabu sei es aber, dass sich an solchen Wegerändern möglichst viele verschiedene blühende Pflanzen entwickeln, die Lebensraum und Nahrungsquelle für ebenso unterschiedliche Insektenarten bieten.

Menschen sollten mit der Natur umsichtiger umgehen

Dennoch könnten Obstsammler noch umsichtiger mit der Natur umgehen, ist Andreas Förster vom Nabu überzeugt.

Zwar sei die Brutzeit der Vögel beendet, in dem hohen Gras, das unter den Obstbäumen wächst, lebten, wenn es auf den Herbst zugeht, allerdings viele Insekten wie Spinnen, die Menschen ebenso schützen sollten, wie brütende Vögel. Das platt getrampelte Gras könne zudem nicht mehr gut gemäht werden. Und darunter leidet wiederum der Boden.

Einige Menschen reißen Äste ab

Außerdem habe der Nabu beobachtet, dass Äste, an denen besonders schöne Früchte hängen, herunter gezogen, abgebrochen oder abgerissen werden. Durch die Bruchstellen steige das Risiko, dass der Baum an einer Pilzinfektion erkrankt, erklärt Förster.

Noch bevor ab August die ersten Früchte reif werden, und das Gras so hoch gewachsen ist, dass sich Spinnen einnisten, sei es sinnvoll, Randstreifen und Schneisen auf Streuobstwiesen zu mähen. Im kurzen Gras leben dann ohnehin weniger Insekten als im Hohen.

Erst mal das Fallobst vom Rand aufsammeln

Wer Obst von öffentlich zugänglichen Stellen ernten möchte, sollte sich zunächst auf das Fallobst am Rand oder der Straße konzentrieren, in eine Wiese vorsichtig hineingehen, nicht kreuz und quer umherstreifen – ein wenig schauen, wo man hin tritt. Und selbstverständlich sollte von den Bäumen nichts abgerissen oder abgebrochen werden.

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