Mann aus Fröndenberg soll Dogge getreten haben: Jetzt stand er vor Gericht

dzAmtsgericht Unna

Ein Zwischenfall auf einer Hundewiese beschäftigte jetzt das Amtsgericht Unna. Der Angeklagte streitet vor Gericht alle Vorwürfe ab.

von Jana Peuckert

Fröndenberg

, 14.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Gassigang mit seiner Hündin endete für einen 44-jährigen Mann aus Fröndenberg auf der Anklagebank des Amtsgerichts Unna. Dort wurde er wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, am Nachmittag des 15. Juni auf einem Feldweg nahe der Merschstraße in Fröndenberg auf den Hund einer Nachbarin eingetreten zu haben.

Der Fröndenberger soll derart zugetreten haben, dass die Dogge mehrere Minuten außer Gefecht gesetzt war und hinterher Schwierigkeiten beim Laufen hatte. Er habe den Hund nicht getreten sondern nur weggedrückt, weil er ihn und seine Hündin bedrängt hätte, erklärte der Angeklagte. „Dabei habe ich ihn aber nicht verletzt.“ Der 44-Jährige habe deutlich zu erkennen gegeben, dass er einen Kontakt der Hunde nicht wünschte, da seine Hündin läufig war. Die Nachbarin habe ihn beruhigen wollen und erklärt, der Hund habe einen Kastrationschip, es würde also nichts passieren. Die beiden Hunde hätten sich beschnuppert, so der Angeklagte.

Jetzt lesen

Da es sich um zwei große Hunde handelte, habe er sich äußerst unwohl gefühlt, weshalb er die Dogge mit dem Bein weggedrückt habe. Insgesamt zweimal. Dabei sei dem Hund aber nichts passiert. Er habe dann mit seiner Hündin den Platz verlassen.

Schilderungen der Geschädigten klangen anders

Die Schilderungen der Nachbarin klangen ganz anders: Entgegen der Angaben des Angeklagten, er habe seine Hündin angeleint, berichtete die 57-Jährige, dass das gerade nicht der Fall gewesen sei. Vielmehr sei die läufige Hündin einfach neben dem Angeklagten hergegangen. Die beiden Hunde seien aufeinander zugegangen und wollten spielen, war sich die Zeugen sicher. „Und dann plötzlich tritt er ihn in die Seite rein. Dann hat er noch mal voll zugetreten“, erklärte die Frau.

Nach dem ersten Mal sei die Dogge nur leicht ins Wanken gekommen. Beim zweiten Mal sei das Tier zu Boden gegangen. „Er lag da und konnte sich nicht mehr rühren.“ Auch Tage später habe er noch Probleme beim Laufen gehabt. Zum Beweis dafür legte die 57-Jährige ein Video vor, dass die Dogge drei Tage nach dem Zwischenfall zeigte. Dem Richter entging nicht, dass der Hund auffällig lief.

Jetzt lesen

Zwei weitere Zeugen gaben an, beide Tritte genau gesehen zu haben. Der Fröndenberger habe richtig ausgeholt. Die Besitzerin der Dogge gab im Zeugenstand an, ihr Hund hätte sich nach diesem Angriff verändert. So sei der Rüde nicht mehr so angstlos Menschen, besonders Männern gegenüber. Sie legte einen Attest vor, aus dem sich ergab, dass die Dogge ein paar Tage nach dem Vorfall eine Schwellung am Brustkorb und ein breitbeiniges Gangbild aufwies.

Richter schenkte den Zeugen Glauben

„Da sind Sie übers Ziel hinausgeschossen“, machte der Richter nach der Beweisaufnahme deutlich, dass er nicht dem Angeklagten, sondern den Zeugen glaubte. Der Angeklagte blieb bis zum Schluss dabei, nichts getan zu haben. Er zeigte sich mit der Geldstrafe nicht einverstanden und kündigte an, gegen dieses Urteil vorzugehen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Corona in Fröndenberg
Coronavirus: Bestatter aus Fröndenberg bietet Beratungsgespräche per Videochat an
Hellweger Anzeiger Verein „Unser Hundegarten“
Schutz vor Beißattacken: Neuer Verein sucht dringend Gelände für Hundewiese
Hellweger Anzeiger Neuer Feuerwehr-Rüstwagen
Fröndenberger Feuerwehr rüstet auf: Fahrender Baumarkt mit 290 PS
Hellweger Anzeiger Coronavirus in Fröndenberg
Corona-Fall in der Flüchtlingsunterkunft Stentrop: Stadt verfolgt bekannte Strategie
Meistgelesen