Kunden und auch die meisten Friseure sind hellauf begeistert, dass ab Montag, 1. März, wieder Haare geschnitten werden dürfen. Doch trotz Schutzmaßnahmen bleibt ein Ansteckungsrisiko. © dpa
Coronavirus

Friseur appelliert nach Corona-Erkrankung an Kunden: „Denken Sie auch an unsere Gesundheit“

Die meisten Fröndenberger Friseure öffnen direkt am Montag. Einer sagt ganz deutlich: Auch der Kunde kann zu einem coronakonformen Besuch beitragen. Andere setzen auf Luftreiniger und FFP2-Masken.

Als die Friseure Ende des vergangenen Jahres wieder in den Lockdown gehen mussten, hat sich Herbert Mohr auf die Kanaren verabschiedet. Erst am Freitag kehrt er nach Deutschland zurück – um seinen kleinen Salon an der Eulenstraße am Montag wieder zu öffnen – so wie die meisten anderen Friseure in Fröndenberg auch.

Der Andrang ist enorm, die Termine sind bis April ausgebucht, berichtet der Friseur. Selbstverständlich möchte er jetzt für seine Kunden da sein. Doch der Wiederaufnahme seines Salons sieht er mit gemischten Gefühlen entgegen. Denn der Friseur infizierte sich im März 2020 selbst mit Corona. „Ich war richtig krank, habe keine Luft gekriegt“, sagt Herbert Mohr, der damals sogar in ein Krankenhaus wollte, aber nicht aufgenommen wurde.

„Ich war richtig krank, habe keine Luft gekriegt.“

Friseur Herbert Mohr, der selbst Corona hatte

„Einige Kunden verstehen meine Sorge nicht, fragen dann, ob ich überhaupt jemanden mit Corona kenne. Wenn ich dann sage, dass ich selber erkrankt war, sind die meisten plötzlich still.“ Um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, gibt es im Friseurstuhl jetzt ein Redeverbot. „Wir bekommen da oben alles ab“, sagt Herbert Mohr. Auf Wunsch und bei gutem Wetter erhalten Fröndenberger in seinem Salon auch einen Haarschnitt auf der Terrasse an der frischen Luft.

Herbert Mohr kann es gut verstehen, dass Menschen beim Friseur tratschen wollen, er redet selbst gerne viel, vor allem jetzt, nachdem er sich auf den Kanarischen Inseln in die Einsamkeit zurückgezogen hat: „Hier ist es menschenleer.“

Aber sobald der Kunde im Stuhl sitzt, der Friseur neben oder über ihm steht, ziehen die Aerosole hoch. Da rieche man etwa, wenn jemand geraucht hat. Das sollte nun jeder bedenken, trotz Maske.

Öffnen dürfen die Friseure ab Montag nur unter strengen auflagen. Und in kleinen Salons ist dementsprechend kaum Platz. Dass die Kunden folglich auch länger auf ihre Termine warten müssen, nehmen sie entspannt auf, berichtet Herbert Mohr. Darauf hätten sich die meisten schon vor dem Anruf eingestellt.

„Ich kann kaum auf die Toilette gehen.“

Friseur Richard Grünewald, über telefonische Terminanfragen

Von großer Nachfrage berichten auch andere Fröndenberger Friseure: Bei Richard Grünewald, Inhaber eines Friseursalons an der Ostmarkstraße, steht das Telefon seit Tagen nicht mehr still. „Ich kann kaum auf die Toilette gehen“, sagt er. Am Montag wird der Inhaber alleine arbeiten, um die ersten Kunden zu bedienen, am Dienstag kehren seine Mitarbeiter zurück in den Salon.

16 Stunden am Tag kurz vor dem Lockdown

Kurz bevor Richard Grünewald in den Lockdown ging, hat er 16 Stunden am Tag gearbeitet, um so viele Wünsche wie möglich abzuarbeiten. In den kommenden Wochen werde es allerdings keine verlängerten Öffnungszeiten geben. „Das Personal ist ja auch schon nach einer normalen Schicht platt.“

Viel Arbeit kommt nicht nur auf Richard Grünewald zu. Auch im Kalender von CDD Coiffeur Denise Debus an der Westicker Straße gibt es kaum noch Termine. Das gesamte Team ist darum bemüht, vor allem auch ängstlichen Kunden den Besuch so angenehm wie möglich zu gestalten. Auf reichlich Abstand haben die Angestellten um Chefin Denise Rösner schon vor dem Lockdown geachtet. Deshalb wird sich in dieser Hinsicht gar nicht viel ändern.

FFP2-Masken sind beim CDD Coiffeur Denise Debus Pflicht

Neu sind Luftreiniger. Und alle Kunden im Salon müssen eine FFP2-Maske tragen. „Das ist gar nicht zwingend vorgeschrieben, aber wir haben uns dazu entschieden“, sagt Denise Rösner, die sich vom Tragen der sicheren Masken den bestmöglichen Schutz ihrer Kunden und Mitarbeiter verspricht.

„Wir hoffen, dass wir dieses mal nicht so schnell wieder schließen müssen.“

Friseurin Denise Rösner

„Dass wir am Montag sofort wieder öffnen, stand außer Frage“, sagt sie. Alle würden sich darauf freuen, wieder arbeiten zu können. Vor allem Farbe stehe jetzt auf der Wunschliste der Kunden. „Wir hoffen, dass wir dieses mal nicht so schnell wieder schließen müssen.“

Eine Übersicht, über weitere Salons, die in Fröndenberg ab Montag wieder geöffnet haben, finden Sie unter folgendem Link:

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung
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