Blaulicht

Einsatz mit Spezialkräften: Polizei schießt auf Mendener (43)

In Iserlohn mussten am Mittwoch (9. Juni) mehrere Geschäfte geräumt und der Verkehr gesperrt werden. Ein Mendener richtete eine Pistole auf Beamte, die später selbst zur Waffe griffen.
Bei einem Einsatz der Polizei wurde auf einen Mendener geschossen. © picture alliance / dpa

Schüsse auf einem Supermarkt-Parkplatz am Mittwochabend (9. Juni) in Iserlohn – und mittendrin ein 43-jähriger Mendener. Dieser zog eine schwarze Schusswaffe und bedrohte Polizisten, wie die Polizei des Märkischen Kreises in einer Pressemitteilung vermeldet.

Nachdem die Beamten Spezialkräfte hinzuzogen, wurde aus einer Dienstwaffe ein Schuss abgegeben. Dieser traf den Rollerfahrer. Er wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht und musste in der Nacht operiert werden. Lebensgefahr besteht nicht, wie die Polizei mitteilt. Gegenwärtig wird durch das Ordnungsamt der Stadt Iserlohn eine Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik geprüft. Hinweise auf Alkohol- oder Drogeneinfluss haben sich bislang nicht ergeben.

Reizgas trifft Frau und Kleinkind

Was war passiert? Ein Polizist, der privat im Auto unterwegs war, geriet mit dem 43-Jährigen aneinander. Der Mendener fuhr mit einem Roller und bremste vor dem Beamten abrupt ab, so dass der Pkw-Fahrer einen Zusammenstoß nur durch eine Vollbremsung verhindern konnte.

Darauf stieg der Fahrer aus, um mit dem Rollerfahrer zu reden. Der Rollerfahrer reagierte mit Beleidigungen, ging auf den Beamten zu und stieß ihn nach hinten. Auch als sich der Pkw-Fahrer als Polizeibeamter zu erkennen gab, ließ sich der Rollerfahrer nicht zurückhalten, zog ein Reizstoffsprühgerät heraus und drückte ab. Das Reizgas traf jedoch eine unbeteiligte 31-jährige Frau und ein einjähriges Kind, die beide leicht verletzt wurden.

Der Rollerfahrer zog sich auf den Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt zurück und versteckte sich hinter einem Pkw. Der Polizist verständigte seine Kollegen. Als eine Polizeistreife eintraf und zur Klärung des Sachverhalts auf den Rollerfahrer zuging, zog dieser eine schwarze Schusswaffe und bedrohte die Beamten.

Luftpistolen und verbotenes Einhandmesser gefunden

Die Polizeibeamten zogen sich darauf in sichere Entfernung zurück und alarmierten Verstärkung. Die Geschäfte und der umliegende Bereich wurden geräumt, die Straße „Obere Mühle“ für den Verkehr gesperrt. Alle Versuche, den Mann zur Aufgabe zu bewegen, scheiterten. Dann kam es zur Schussabgabe.

Anschließend fand die Polizei beim Mendener zwei CO2-Luftpistolen samt Geschossen und CO-Kartuschen sowie ein verbotenes Einhandmesser. Die Beamten haben gegen den Mendener ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung, tätlichen Angriffs auf Vollzugsbeamte und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Der Schusswaffengebrauch durch die Polizei wird durch die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Hagen geprüft.

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