Am Platz von Novi Sad liegt ein Bombenverdachtspunkt. Über 7000 Menschen müssen am Sonntag ihre Wohnungen verlassen. Bei vorherigen Entschärfungen hatte es zuletzt Probleme gegeben. © Dennis Werner
Bombenentschärfung

Wieder Probleme in Evakuierungszone: Was bedeutet das für Sonntag?

Eine Bombenevakuierung hat sich am Mittwochabend verzögert, weil Bewohner ihr Haus nicht verlassen wollten. Welchen Einfluss hat das auf die Pläne der Stadt für die Groß-Evakuierung am Sonntag?

Weil sich vier Bewohner weigerten, ihre Wohnungen zu verlassen, verzögerte sich am Mittwochabend (11.8.) die Evakuierung der Schutzzone, die für eine Bombenentschärfung am Heiligen Weg eingerichtet worden war. Bei einem Blindgängerfund an der Dürener Straße hatte es Anfang August ähnliche Probleme gegeben.

Am Sonntag (15.8.) steht nun wegen eines Bombenverdachtspunktes am Schwanenwall eine erneute Evakuierung in der Innenstadt an. Diesmal noch eine Nummer größer. Über 7000 Menschen müssen ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Fährt die Stadt bei der großen Evakuierung wegen der bisherigen Erfahrungen eine andere Strategie?

Immer wieder Probleme mit Anwohnern bei Evakuierungen

Ein Stadtsprecher beantwortet diese Frage am Donnerstag mit „Nein“ und ergänzt, es gebe leider immer wieder Situationen, dass Anwohner ihre Wohnungen trotz Ansprache nicht verlassen möchten. Die Polizei würde insbesondere dann hinzugezogen, wenn es Probleme mit Menschen gebe, die ihre Wohnungen nicht verlassen wollen.

Ein Evakuierungsgebiet müsse immer komplett geräumt werden, hieß es seitens der Stadt bereits am Mittwoch. Im schlimmsten Fall werde auch die Wohnungstür aufgebrochen und die Person herausgeholt. Die Kosten würden der betreffenden Person in Rechnung gestellt.

„Das macht also nur Ärger, kostet Zeit und bringt am Ende nichts, weil jeder wirklich seine Wohnung verlassen haben muss“, sagte Stadtsprecher Maximilian Löchter am Mittwochabend im Zuge der Evakuierung rund um den Heiligen Weg.

Mit Blick auf Sonntag appellierte die Stadtverwaltung bei der Gelegenheit an alle betroffenen Anwohner, die Evakuierung zu unterstützen. „Es dauert sonst nur für alle länger“, sagte Löchter, der die Weigerung von einigen Anwohnern zuvor als „bedauerlich für alle, die gut mitgezogen haben“ einstufte.

Lautsprecherwagen kommt wieder zum Einsatz

Im Gegensatz zur Evakuierung in der Nordstadt Anfang August sind die Menschen am Mittwoch mit Lautsprecherwagen zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgefordert worden.

Auch am Sonntag wird die Stadt wieder auf Lautsprecherwagen setzen, teilte sie jetzt auf Anfrage mit.

Ab 8 Uhr sind am Wochenende die Zufahrtsstraßen ins betroffene Gebiet gesperrt. Bis 12 Uhr sollen 4590 Haushalte menschenleer sein, damit mit der Entschärfung begonnen werden kann.

Über 7000 Menschen müssen am Sonntag innerhalb des roten Kreises evakuiert werden.
Über 7000 Menschen aus 4590 Haushalten müssen am Sonntag innerhalb des roten Kreises evakuiert werden. © Grafik Sauerland © Grafik Sauerland
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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
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