In den Dortmunder Seniorenheimen wird nun täglich geimpft. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Corona-Pandemie

Nach holprigem Start: In Seniorenheimen wird nun täglich geimpft

Mit den ersten Impfungen sollen vor allem Bewohner von Seniorenheimen geschützt werden. In Dortmund gab es jedoch zuletzt Terminprobleme - nun soll alles besser werden.

Die gute Nachricht vorweg: „Ab Dienstag (29.12.) wird in den Dortmunder Seniorenheimen täglich geimpft.“ Das teilte Heike Achtermann aus der Stabsbereichsleitung Kommunikation der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe am Dienstag (29.12.) mit. Eine genaue Anzahl an Impfdosen, die pro Tag verimpft werden, kenne sie jedoch nicht.

Am Montag (28.12.) klang das noch ganz anders. In mehreren Altenheimen wartete man vergeblich auf die Impfdosen, die eigentlich für diesen Tag angekündigt waren. „Die vollmundige Ankündigung der Impfungen ist gelungen, der Start aber misslungen“, sagte Martin Kaiser, Leiter der städtischen Seniorenheime, an diesem Tag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Impfungen: Reihenfolge der Seniorenheime unklar

Nun soll alles besser werden: Seit dem 24. Dezember haben Seniorenheime die Möglichkeit, sich in einem Online-Portal des KVWL für eine Impfung zu registrieren. Nach der Anmeldung kann dann die entsprechende Anzahl der Impfdosen geordert werden. „Es kommen kontinuierlich neue Seniorenheime aus Dortmund dazu“, sagt Achtermann von der KVWL.

Welche Seniorenheime sich bisher registriert haben, könne sie nicht angeben, da alle Prozesse elektronisch ablaufen. Daher sei auch keine Reihenfolge der Einrichtungen einsehbar. Es lasse sich jedoch sagen: Je früher man sich registriert, desto eher bekommt man den Impfstoff.

Genügend Impfstoff und Personal vorhanden

Zwischen dem Bestellzeitpunkt der Impfdosen und deren Auslieferung liegen drei Werktage. Aus dem Datum der Bestellung folgt somit ein frühestmöglicher Impftermin.

„Einige unserer Einrichtungen in Dortmund haben am Montag (28.12.) die benötigten Impfdosen bestellt, so dass eine Impfung voraussichtlich Anfang des Januar stattfinden wird“, sagt eine zum Beispiel Sprecherin der Alloheim-Seniorenheime.

Für die kommenden Tage und Wochen befürchtet Achtermann nicht, dass Dortmunder Seniorenheime auf einen Impftermin länger warten müssen – es sei genügend Impfstoff und Personal vorhanden. So hätten sich 15.000 Freiwillige für die mobilen Impfteams bei der KVWL gemeldet.

Impfzimmer muss separat geschaffen und eingerichtet

Am Sonntag (27.12.) hatte die Impfungen gegen das Coronavirus in den Dortmunder Seniorenheimen begonnen. 165 Menschen im Erna-David-Seniorenzentrum wurden am Sonntag (27.12.) gegen Corona geimpft. An den folgenden Tagen folgten dort weitere Impfungen. Nach Stand vom Dienstag (29.12.) wurden insgesamt 210 Menschen geimpft.

Für die Seniorenheime bedeuten die Impfungen jedoch eine Menge zusätzlichen Aufwand. Neben dem täglichen Corona-Stress müssen Impfzimmer hergerichtet, Einwilligungen zur Impfung eingeholt und Weiteres erledigt werden. Das Impfzimmer muss eigens geschaffen und mit den nötigen Utensilien für die Impfungen eingerichtet werden – neben einem separaten Raum für Corona-Schnelltests für Besucher noch eine weitere Hürde für die Heime.

Keine Bedenken gegenüber Impfungen

Zudem steht eine Menge Papierkram an: „Im Vorfeld wurden alle Bewohner oder deren Bevollmächtigte und unsere Mitarbeiter befragt, ob sie sich impfen lassen möchten oder nicht. Alle Impfwilligen haben dann einen Aufklärungsbogen, Einwilligungserklärungs- und Anamnesebogen erhalten, ausgefüllt und unterzeichnet“, erklärt die Sprecherin der Alloheim-Seniorenheime.

Vor der Meldung der Impfdosen müssen die Einverständniserklärungen der Impfwilligen vorliegen. Erst, wenn alle Unterlagen vorhanden sind, wird die benötigte Anzahl der Impfdosen über ein Online-Portal der KVWL bestellt.

Bisher gebe es in den Alloheim-Einrichtungen keine Bedenken gegenüber den Impfungen, was die Sicherheit des Impfstoffes oder mögliche Nebenwirkungen betrifft. Die Impfbereitschaft von Bewohnern und Mitarbeitern sei gut, teilte die Sprecherin mit.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad
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