Wenige Corona-Fälle vermeldet die Stadt Dortmund am Montag. © dpa
Coronavirus

Dortmund rutscht ab: Mehr Pro-Kopf-Infektionen als im NRW-Schnitt

In Dortmund werden mal mehr, mal weniger Neu-Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Der Leiter des Gesundheitsamtes hat dafür eine Erklärung – und Befürchtungen für die kommenden Monate.

Mit den täglich gemeldeten Corona-Fallzahlen ist es in Dortmund ein Auf und Ab. Die bisher meisten gemeldeten Neu-Infektionen gab es in Dortmund im April. Über den Mai sanken die Zahlen deutlich – um dann im Juni wieder anzusteigen.

Für diesen Anstieg an neuen Fällen hat Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamts Dortmund, im Gespräch mit der Redaktion eine recht simple Erklärung: Das seien die Lockerungen gewesen.

Zu Ende Mai und zu Mitte Juni hatte es eine Vielzahl an Lockerungen in NRW gegeben. Beispielsweise wurden die strengen Kontaktbeschränkungen ein Stück weit aufgeweicht.

Seit dem 30. Mai durften viele Kultureinrichtungen wieder öffnen. Ab Mitte Juni folgte dann auch die Erlaubnis für besondere Familienfeste und Versammlungen.

Frank Renken geht grundsätzlich davon aus, dass sich Veränderungen im Infektionsgeschehen erst mit zwei bis drei Wochen Verzögerung in den Fallzahlen widerspiegeln.

Auch wenn es wieder eine jüngste leichte Abflachung der Kurve gibt, die Renken sich noch nicht erklären kann, sagt er: „Dortmund droht ins Mittelfeld abzurutschen, was tägliche Fälle angeht.“

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Bisher stand Dortmund im landesweiten Vergleich immer sehr gut dar. Dieses Bild wandelt sich so langsam. So lag Dortmund in den vergangenen Wochen häufig über der 7-Tage-Inzidenz von NRW. Also der wöchentlichen Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohnern.

Wie viele Fälle pro Woche sind zu stemmen?

Wie viele Neu-Infektionen sind für das Gesundheitsamt überhaupt zu schaffen? „Wenn wir auf einem Niveau von 40 neuen Fällen pro Woche bleiben, sind wir superzufrieden“, sagt Renken. Will heißen: Das Virus sei so schnell nicht wegzukriegen, bis es einen Impfstoff gibt.

Schaut man sich die Zahlen an, ist allerdings festzustellen, dass Dortmund in absoluten Zahlen deutlich über dem Schnitt von 40 Fällen pro Woche liegt.

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„Momentan liegen wir bei 50 bis 60 Fällen pro Woche“, bestätigt Renken die Beobachtung. Doch auch das sei momentan noch stemmbar. „Bei unter zehn Fällen pro Tag wäre das für uns relativ dauerhaft zu schaffen“, sagt er und schränkt doch ein: „Mit den zusätzlichen Stellen, die wir jetzt haben“.

Denn im Zuge der Pandemie griff das Gesundheitsamt auch auf externe Arbeitskraft zurück, wie etwa studentische Hilfskräfte. „Seit März haben wir circa 4.000 Überstunden gesammelt“, sagt Renken.

Derzeit sei das Gesundheitsamt weiter dabei, Personal aufzubauen. Und das könnte im Laufe des Jahres dringend nötig werden. Bei höheren Temperaturen im Sommer fühle sich das Virus zwar nicht wohl. Doch für die zweite Jahreshälfte rechnet Renken wieder mit mehr Neu-Infektionen. Wegen der niedrigeren Temperaturen „wird das im Herbst und Winter mehr sein“, befürchtet der Gesundheitsamts-Chef.

Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Dortmund, bei einer Pressekonferenz zu Beginn der Pandemie - damals noch ohne besondere Abstandsregeln.
Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Dortmund, bei einer Pressekonferenz zu Beginn der Pandemie – damals noch ohne besondere Abstandsregeln. © Oliver Schaper (Archiv) © Oliver Schaper (Archiv)
Über den Autor
Redakteur
Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
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Wilco Ruhland
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