Jadon Sancho steht dem BVB in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung. © imago / Team2
Meinung

Nicht ganz klar: Kommunikationslotto mit Borussia Dortmund

Jadon Sancho fehlt dem BVB wegen einer „nicht leichten Muskelverletzung“ mehrere, also nicht wenige, Wochen aus. Das ist ganz schön lang - oder zumindest nicht kurz, meint Tobias Jöhren in seiner Glosse.

Mit Diagnosen bei verletzten Spielern hat es Borussia Dortmund nicht so. Das ist nicht neu, fast schon ein alter Hut. Im Fall des nun wegen einer „nicht leichten Muskelverletzung“ erst einmal nicht einsatzfähigen Jadon Sancho hat der BVB das mal wieder nicht glücklich kommuniziert, diese Behauptung ist wohl nicht allzu gewagt.

Verletzung von BVB-Profi Sancho: Nichts Genaues weiß man nicht

Die Gründe für die nicht kurze Ausfallzeit Sanchos, womöglich sogar lange, verriet der Klub auch am Dienstag nicht. Vielleicht sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen, vielleicht werden Diagnosen aber allgemein auch einfach nicht veröffentlicht, weil es der Spieler oder der Berater oder beide nicht so gern möchten.

Nichts Genaues weiß man in diesem Fall nicht. Nicht falsch ist allerdings sicherlich, dass der junge Engländer, der zuletzt wahrlich nicht schlecht drauf war, erst einmal nicht spielen kann – und das ist nicht gut für den BVB, der vor allem in der Bundesliga seinen Ansprüchen bislang nicht gerecht wird.

Was hat Sancho nicht? Nicht Zerrung, nicht Muskelbündelriss

Was aber hat Sancho nicht? Bauchschmerzen nicht, Zahnschmerzen nicht, auch die Zehennägel sind nicht ungepflegt. Nicht Zerrung, nicht Muskelbündelriss, nicht Fisch, nicht Fleisch: Vermutlich ist es gar nicht so kompliziert, sondern einfach ein Muskelfaserriss, der nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Wirklich gesichert ist diese Information freilich nicht – und das ist für Fans und Journalisten letztendlich nicht schön.

Nun bleibt zunächst einmal nur nicht zu befürchten, dass Jadon Sancho in den nächsten Tagen nicht nach Doha fliegt, um seine nicht genau bekannte Muskelverletzung nicht in Dortmund auskurieren zu müssen. Sein aktuell zum Glück nicht schwerer verletzter Mitspieler Erling Haaland wollte darauf im vergangenen Herbst nicht verzichten – bei einer ebenfalls nicht leichten Muskelverletzung. Der Norweger, also sowohl Nicht-Finne als auch Nicht-Schwede, nahm damals eine nicht unbeschwerliche und wegen der bislang nicht überwundenen Corona-Pandemie auch nicht ungefährliche Reise nach Katar auf sich, was in der Mannschaft und im Verein nicht jeder gut fand, sein nicht unbefleckter Berater Mino Raiola hingegen nicht verwerflich.

Dortmund an Sanchos Stelle nun nicht zu verlassen, wäre nicht dumm

Hoffentlich hat der BVB es folglich nicht verpasst, aus dieser Geschichte von damals nicht die nicht falschen Schlüsse zu ziehen. Dortmund an Sanchos Stelle nun nicht zu verlassen, wäre in jedem Fall nicht dumm. Und beim nächsten Mal nicht zu sagen, was nicht ist, wäre auch nicht schlimm, sondern eigentlich super – auch wenn’s unter Umständen nicht leicht fällt. Ehrlich währt schließlich immer noch nicht am kürzesten.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
Zur Autorenseite
Tobias Jöhren
Lesen Sie jetzt