Vom Hauer zur Stütze der Vereine - die Männer aus den Jugenddörfern

dzBergbau in Bergkamen

Sie waren jung und kräftig. Die Männer aus den Jugenddörfern machten im Bergbau Karriere. Aber auch die Vereine profitierten von den Bergleuten aus Niedersachsen.

Bergkamen

, 04.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang der 50er-Jahre errichtete die Zeche Haus Aden für arbeitssuchende, junge Männer Wohnstätten, deren Trägerschaft anschließend vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland übernommen wurde. Angeworben wurden arbeitssuchende Jugendliche in der gesamten Bundesrepublik, besonders aber in den Partnerkreises von Haus Aden – Helmstedt und Celle.

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Mehrere Jugendleiter und zahlreiches Hauspersonal übernahmen die Rundum-Betreuung des Bergbau-Nachwuchses, der sich neben Wohnen und Verpflegung in der Freizeitgestaltung auf Kulturarbeit (Chor, Laienschauspiel, Volkstanz, Malen, Töpfern, Fotografieren) und den besonders beliebten Sportbetrieb (Fußball, Handball, Volleyball, Leichtathletik, Schwimmen, Skilauf und anderes) ausdehnte.

Die Stützen der heimischen Sportvereine

„Wir waren teils die Stützen des Bergbaus und der heimischen Sportvereine“ erinnert sich Günter Ebeling, selbst noch bei den Leichtathleten des SuS Oberaden aktiv. Er gehörte der Handball-Mannschaft des Jugenddorfes an, die Westdeutscher Jugendmeister wurde. Ebeling spielte auch mit den Volleyballern in der 2. Liga gegen Aachen, Bochum und Düsseldorf. „In dieser Zeit war Volleyball gänzlich unbekannt und wurde erst in Westdeutschland etabliert.“ Jugenddorf-Bewohner Walter Gröhlich machte sich im Fußball einen Namen.

„Einige von uns waren erst 14, als sie nach Bergkamen gekommen sind.“
Günter Ebeling

Auf der Zeche war für fleißige Bergleute aus den Jugenddörfern ein Aufstieg von Lehrling über Knappe, Hauer bis zum Steiger und höheren Positionen möglich. „Einige von uns waren erst 14, als sie nach Bergkamen gekommen sind“, erinnert sich Günter Ebeling, der mit 17 Jahren aus der Partnergemeinde Helmstedt ins Ruhrgebiet reiste. „40 bis 50 Jugendliche wurden so als Bergbau-Lehrlinge rekrutiert.“

Das letzte Jugenddorf schloss in den 70er Jahren

Wegen des späteren Niedergangs im Bergbau gab es aber auch erhebliche Fluktuation in den Jugenddörfern. Mitte der 70er wurde das letzte verbliebene Jugenddorf „Am Römerberg“ infolge der Bergbaukrise geschlossen. Derzeit wohnen noch rund 20 ehemalige Bergleute mit ihren Familien in Bergkamen

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Nach dem bestens besuchten Ehemaligen-Treffen im Vorjahr laden die Organisatoren erneut zu einer Zusammenkunft ehemaliger Bewohner der Oberadener Jugenddörfer „Am Römerberg“, „Im Sundern“ und „Knappendorf“ ein, das am 5. September in der „Schützenheide“ in Bergkamen stattfinden wird. Ende Juli haben nun 50 mit Adressen bekannte Ehemalige die Einladung zu diesem Treffen erhalten.

Treff der Ehemaligen
  • Weitere ehemalige Bewohner der Oberadener Jugenddörfer können sich noch bis zum 30. August bei Mitorganisator Günter Ebeling anmelden.
  • Dies ist per E-Mail an ebelschlenke@t-online oder per Telefon unter 0160-91952515 möglich.
  • Geplant sind ein gemeinsames Frühstück, ein Vortrag über die Bergkamener Stadtgeschichte, eine Fotoschau über die frühere Jugenddorf- und Bergbauzeit sowie Chor- und Textbeiträge aus Reihen der Teilnehmer.
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