Schachtverfüllung auf Haus Aden: Die riesigen Rohre sind für die Ewigkeit gedacht

dzMit Video

Der Bergbau auf Haus Aden ist Geschichte. Aber der Schacht wird noch gebraucht. Arbeiter installieren dort Rohre, um das Grubenwasser nach oben zu pumpen. Sie müssen sehr lange halten.

Bergkamen

, 02.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es um die ehemalige Zeche Haus Aden geht, denkt Dr. Stefan Roßbach in langen Zeiträumen. In sehr langen Zeiträumen: „Nach derzeitigen Erkenntnissen werden wir hier für alle Ewigkeit pumpen müssen“, sagt der Bereichsleiter Grubenwasserhaltung der RAG.

Deshalb arbeitet Andreas Lissner noch auf dem ehemaligen Zechengelände in Oberaden. 1981 hat der Lünener auf Haus Aden angefangen und dort sein ganzes Berufsleben verbracht. Nun tragen Lissner und seine verbliebenen Kollegen dazu bei, dass das Ruhrgebiet nicht absäuft.

Insgesamt müssen 327 Rohrelemente in den Schacht in Bergkamen eingebracht werden. Der wird außerdem mit Beton ausgegossen.

Insgesamt müssen 327 Rohrelemente in den Schacht eingebracht werden. Der wird außerdem mit Beton ausgegossen. © Borys Srad

Das würde geschehen, wenn die RAG das Grubenwasser nicht an die Oberfläche pumpen und in Flüsse wie Lippe und Rhein leiten würde. „Dafür planen wir sechs Standorte“, sagt Roßbach: Drei an der Ruhr, je einen in Duisburg-Walsum, in Dinslaken-Lohberg und eben auf Haus Aden.

Im verfüllten Schacht wird es drei Rohrleitungen geben

Aus diesem Grund lässt sich der Schacht in Oberaden nicht so einfach verfüllen wie Grimberg 2 auf dem Monopol-Gelände: Dort hat die RAG schlicht Beton in die Tiefe gekippt. Beim Schacht 2 von Haus Aden ist der Aufwand erheblich größer: Damit das Grubenwasser hochgepumpt werden kann, müssen in den Beton drei Rohrleitungen eingebaut werden. Durch die sollen dann später Tauchpumpen in die Tiefe gelassen werden.

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RAG stellt Pläne für Haus Aden vor

Die Rohrelemente, die dafür benötigt werden, lagern schon auf dem ehemaligen Zechengelände, auf dem parallel die Arbeiten für die Wasserstadt laufen. Wer vor ihnen steht, ist beeindruckt: Jedes Rohrstück ist sieben Meter lang und hat einen Durchmesser von 1,40 Meter.

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Nachdem die alten Pumpen im vergangenen September abgeschaltet worden sind, haben Arbeiter den Schacht in einer Tiefe von rund 800 Metern mit einer Bühne abgeriegelt: „Explosionssicher“, wie Roßbach betont. Unter Tage können sich noch Gase bilden. Nun läuft die Schachtverfüllung, die in kleinen Schritten voran geht. Die Arbeiter, die von externen Firmen wie Thyssen kommen, installieren immer drei Rohrelemente nebeneinander – dann wird Beton nachgegossen.

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RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2

02.07.2020
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RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2© Borys Srad
RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2© Borys Srad
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RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2© Borys Srad
RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2© Borys Srad
RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2© Borys Srad
RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2© Borys Srad
RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2© Borys Srad
RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2© Borys Srad
RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2© Borys Srad
RAG verfüllt den Schacht Haus Aden 2© Borys Srad

Bisher sind 102 von 327 Rohrelementen verbaut

Das Prozedere dauert. Bisher sind drei mal 34 Rohre verbaut. „Insgesamt werden es drei mal 109 sein“, sagt Lissner. Wenn die Rohrleitungen fertig sind, baut sich darin eine Wassersäule auf. Der Druck wird so groß sein, dass der Verschluss am unteren Ende weggedrückt wird. „Das funktioniert wie bei einem Korken“, erläutert Rossbach.

Das Fördergerüst von Haus Aden in Bergkamen-Oberaden, unter dem die Arbeiten derzeit laufen, will die RAG durch ein neues Hebewerk ersetzen.

Das Fördergerüst von Haus Aden, unter dem die Arbeiten derzeit laufen, will die RAG durch ein neues Hebewerk ersetzen. © Borys Srad

Das Fördergerüst ist nicht mehr in Betrieb. Die RAG hat vier Winden aufgestellt, die Mensch und Material nach unten bringen – die Menschen auch wieder nach oben. Wenn die Arbeit abgeschlossen ist, sollen auf Haus Aden 10 Millionen Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr gepumpt werden. Durch eine neue Leitung, deren Bau bald beginnt und die den Datteln-Hamm-Kanal unterquert, fließt es in die Lippe.

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Unter Tage bildet das Grubenwasser einen See

Roßbach kennt die Befürchtungen, dass dadurch das giftige PCB, das unter Tage lagert, in den Fluss gerät. Der Mann von RAG macht sich darüber keine Sorgen. Beim Grubenwasser gebe es kaum Strömung, argumentiert er: „Das ist wie ein See unter Tage.“ Die Schwebstoffe mit dem PCB sänken auf dessen Grund .

Diese Arbeiter installieren die Rohre im Schacht Haus Aden 2 in Bergkamen-Oberaden, der dann mit Beton ausgegossen wird.

Diese Arbeiter installieren die Rohre im Schacht Haus Aden 2, der dann mit Beton ausgegossen wird. © Borys Srad

Bis das erste Grubenwasser von Haus Aden in die Lippe fließt, wird es ohnehin noch dauern. Nach den Planungen der RAG soll die Anlage Ende 2024 in Betrieb gehen. Auch dabei plant Roßbach ein klein wenig längerfristig: „Die Pumpen sind schon bestellt.“

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